Italien, Spanien und Frankreich haben im Kino ihren eigenen Klang. Mal reicht ein Blick über Dächer, ein Spaziergang durch die Stadt oder ein Abendessen im Freien, damit sofort Reisegefühl entsteht. Die Filme dieser Liste erzählen von Menschen unterwegs, von neuen Anfängen und von Orten, die lange nachwirken.
Elio Perlman (Timothée Chalamet) verbringt den Sommer 1983 mit seinen Eltern in einem alten Haus in Norditalien. Sein Vater Samuel Perlman (Michael Stuhlbarg) ist Professor für Archäologie und nimmt jedes Jahr einen Doktoranden auf. Diesmal kommt Oliver (Armie Hammer), der einige Wochen bei der Familie arbeitet und sich schnell in den Rhythmus aus Mahlzeiten, Ausflügen, Musik und Gesprächen einfügt. Elio beobachtet den Gast zunächst mit Skepsis, fühlt sich aber immer stärker zu ihm hingezogen. Auch Elios Freundin Marzia (Esther Garrel) bleibt Teil dieses Sommers. Zwischen langen Tagen, kleinen Orten, Fahrradtouren und Ausflügen an Seen entsteht eine Beziehung, die von Nähe, Unsicherheit und der begrenzten gemeinsamen Zeit geprägt ist.
Luca Guadagninos Film wurde international für seine ruhige Erzählweise, Timothée Chalamets Darstellung und die sommerliche Bildgestaltung gelobt. Norditalien ist dabei kein bloßer Hintergrund. Häuser, Plätze, Obst, Wasser und Hitze bestimmen den Rhythmus des Films. Das Drehbuch von James Ivory gewann den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch.
Prinzessin Ann (Audrey Hepburn) ist auf offizieller Europareise und erreicht Rom unter strengem Protokoll. Die Termine, Empfänge und Reden überfordern sie so sehr, dass sie nachts ihre Unterkunft verlässt. Nach einem Beruhigungsmittel schläft sie auf einer Bank ein und wird von dem amerikanischen Reporter Joe Bradley (Gregory Peck) gefunden. Joe erkennt zunächst nicht, wer sie ist, nimmt sie aber mit in seine Wohnung. Am nächsten Tag begreift er ihre Identität und plant eine exklusive Geschichte. Gemeinsam mit dem Fotografen Irving Radovich (Eddie Albert) begleitet er Ann durch Rom. Die Prinzessin erlebt einen Tag ohne Hofstaat, mit Vespa-Fahrt, Friseurbesuch, Straßen, Plätzen und kleinen Freiheiten, die sie sonst nicht hat.
William Wylers romantische Komödie gilt bis heute als einer der großen Rom-Filme Hollywoods. Die Stadt wirkt lebendig und offen, weil viele Szenen an echten Schauplätzen entstanden. Audrey Hepburn gewann für ihre Rolle den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Auch das Zusammenspiel mit Gregory Peck prägte den Ruf des Films.
Tom Ripley (Matt Damon) lebt in New York und schlägt sich mit kleinen Jobs durch. Der wohlhabende Herbert Greenleaf (James Rebhorn) hält ihn irrtümlich für einen früheren Studienfreund seines Sohnes Dickie und schickt ihn nach Italien. Tom soll Dickie Greenleaf (Jude Law) zur Rückkehr in die USA bewegen. In dem Küstenort Mongibello lernt Tom Dickies Verlobte Marge Sherwood (Gwyneth Paltrow) kennen und wird Teil eines Lebens aus Jazz, Booten, Cafés und Müßiggang. Toms Bewunderung für Dickie wird immer stärker, zugleich wächst seine Angst, wieder ausgeschlossen zu werden. Als Dickie Abstand sucht, beginnt Tom, Identitäten und Spuren zu manipulieren. Auch Meredith Logue (Cate Blanchett) und Freddie Miles (Philip Seymour Hoffman) geraten in seine Lügen.
Anthony Minghellas Thriller verbindet psychologische Spannung mit einem sehr deutlichen Italiengefühl. Die Küstenorte, Hotels, Boote, Kirchen und Gassen geben der Geschichte einen eleganten, aber auch gefährlichen Rahmen. Die Kritik lobte besonders das Ensemble, die Ausstattung und die Musik. Der Film erhielt fünf Oscar-Nominierungen.
Rosalba Barletta (Licia Maglietta) wird während einer Busreise mit ihrer Familie an einer Raststätte vergessen. Statt sofort nach Hause zurückzufahren, nimmt sie den Zufall an und reist allein weiter nach Venedig. Dort findet sie ein Zimmer, beginnt in einem Blumenladen zu arbeiten und lernt Menschen kennen, die nichts mit ihrem bisherigen Alltag als Ehefrau und Mutter zu tun haben. Besonders der zurückhaltende Kellner Fernando Girasole (Bruno Ganz) und die Masseurin Grazia Reginella (Marina Massironi) werden wichtig für sie. Ihr Mann Mimmo (Antonio Catania) will sie zurückholen und beauftragt den Klempner Costantino Caponangeli (Giuseppe Battiston), Rosalba zu suchen. Venedig wird zum Ort einer verspäteten Selbstständigkeit.
Silvio Soldinis Film wurde als warmherzige Komödie mit genauer Figurenführung aufgenommen. Venedig erscheint nicht als Postkartenmotiv, sondern als Stadt mit kleinen Läden, Wohnungen, Wegen und alltäglichen Begegnungen. Der Film gewann neun David di Donatello Awards, darunter die Preise für Film, Regie und Drehbuch.
Frances Mayes (Diane Lane) ist Schriftstellerin in San Francisco und steckt nach ihrer Scheidung in einer Krise. Ihre Freundin Patti (Sandra Oh) schenkt ihr eine Reise nach Italien, damit Frances Abstand zu ihrem alten Leben bekommt. Während einer Tour durch die Toskana entdeckt Frances eine heruntergekommene Villa bei Cortona und kauft das Haus spontan. Die Renovierung bringt sie mit Handwerkern, Nachbarn und neuen Schwierigkeiten in Kontakt. Der Makler Martini (Vincent Riotta) hilft ihr, sich in der Gegend zurechtzufinden. Zugleich begegnet Frances der britischen Lebenskünstlerin Katherine (Lindsay Duncan), dem Italiener Marcello (Raoul Bova) und jungen Menschen, die in ihrem Haus Arbeit und Zuflucht finden. Aus der Flucht wird ein langsamer Neuanfang.
Der Film wurde vor allem wegen Diane Lane und seiner Toskana-Bilder wahrgenommen. Die Kritik sah die Geschichte teils als sehr gefällig, hob aber die Landschaft, die warmen Farben und den Reisecharakter hervor. Gerade Häuser, Märkte, Wein, Gassen und Hügel machen den Film zu einem klassischen Sehnsuchtsbild der Toskana.
Jep Gambardella (Toni Servillo) lebt in Rom und ist ein bekannter Journalist der Gesellschaftsszene. Jahrzehnte zuvor schrieb er einen erfolgreichen Roman, danach blieb ein weiteres großes Werk aus. Zu seinem 65. Geburtstag feiert Jep eine rauschende Party, doch danach schaut er genauer auf sein Leben, seine Kontakte und die Welt, in der er sich bewegt. Er trifft alte Freunde, Künstler, Adlige, Geistliche und Menschen, die sich in Schönheit, Status und Erinnerung eingerichtet haben. Romano (Carlo Verdone), Ramona (Sabrina Ferilli) und andere Figuren begleiten ihn durch nächtliche Terrassen, Paläste, Plätze und leere Morgenstunden. Die Handlung folgt Jep bei der Suche nach Bedeutung in einer Stadt, die Geschichte, Pracht und Erschöpfung zugleich zeigt.
Paolo Sorrentinos Film wurde als bildstarkes Porträt Roms gefeiert. Die Kamera führt durch Paläste, Dächer, Gärten, Kirchen und Partys, ohne die Stadt nur zu verherrlichen. Toni Servillos Spiel wurde breit gelobt. Der Film gewann den Oscar, den Golden Globe und den BAFTA Award als bester fremdsprachiger Film.
Vicky (Rebecca Hall) und Cristina (Scarlett Johansson) verbringen einen Sommer in Barcelona. Vicky arbeitet an einem Thema zur katalanischen Kultur und plant ihre Hochzeit mit Doug (Chris Messina). Cristina ist unentschlossener und sucht neue Erfahrungen. In einem Restaurant lernen die beiden den Maler Juan Antonio (Javier Bardem) kennen, der sie direkt zu einem Wochenende nach Oviedo einlädt. Vicky reagiert ablehnend, Cristina ist neugierig. Aus der Reise entstehen unterschiedliche Beziehungen, die beide Frauen mit ihren eigenen Vorstellungen von Liebe und Sicherheit konfrontieren. Als Juan Antonios frühere Frau María Elena (Penélope Cruz) wieder in sein Leben tritt, verändert sich die Dynamik. Barcelona, Kunst, Musik und Ausflüge prägen den erzählerischen Rahmen.
Der Film lebt stark von Barcelona und Asturien, von Parks, Restaurants, Ateliers und sommerlichen Wegen. Die Kritik hob vor allem das Ensemble hervor. Penélope Cruz gewann für ihre Rolle den Oscar als beste Nebendarstellerin. Zugleich wurde der sehr touristische Blick auf Spanien in einigen Besprechungen kritisch gesehen.
Xavier Rousseau (Romain Duris) studiert Wirtschaft in Paris und geht für ein Jahr mit dem Erasmus-Programm nach Barcelona. Seine Freundin Martine (Audrey Tautou) bleibt in Frankreich, wodurch die Beziehung auf Distanz gerät. In Barcelona zieht Xavier in eine Wohngemeinschaft mit Studierenden aus mehreren europäischen Ländern. Dort leben unter anderem Wendy (Kelly Reilly), Isabelle (Cécile de France), Alessandro (Federico D'Anna), Soledad (Cristina Brondo) und Lars (Christian Pagh). Der Alltag besteht aus Uni, Sprachproblemen, Partys, Arbeitsteilung in der Wohnung und neuen Freundschaften. Xavier muss lernen, sich in einer Stadt und einer Gruppe zu bewegen, in der kaum etwas so geordnet ist wie in seinem bisherigen Leben.
Cédric Klapischs Film wurde als lebendige Erasmus-Komödie bekannt. Barcelona wird über Wohnungen, Straßen, Dächer, Strände und studentische Routinen erzählt. Der Film traf den Nerv einer europäischen Generation, die Reisen, Studium und Identität neu zusammendachte. Besonders Romain Duris und Cécile de France prägten die lockere, mehrsprachige Wirkung.
Tom Avery (Martin Sheen) ist Augenarzt in Kalifornien und erfährt, dass sein Sohn Daniel (Emilio Estevez) in den Pyrenäen tödlich verunglückt ist. Daniel wollte den Jakobsweg gehen. Tom reist nach Frankreich, um den Leichnam zu identifizieren. Statt sofort zurückzukehren, lässt er Daniel einäschern und macht sich selbst mit dessen Rucksack auf den Weg nach Santiago de Compostela. Unterwegs trifft er den Niederländer Joost (Yorick van Wageningen), die Kanadierin Sarah (Deborah Kara Unger) und den irischen Schriftsteller Jack (James Nesbitt). Die Gruppe läuft durch Dörfer, Berge, Herbergen und nordspanische Landschaften. Tom bleibt zunächst verschlossen, wird aber Schritt für Schritt mit Trauer, Schuld, Erinnerung und neuen Begegnungen konfrontiert.
Der Film wurde als ruhiger Reise- und Trauerfilm wahrgenommen, der den Jakobsweg nicht nur als Kulisse nutzt. Wege, Herbergen, Gespräche am Tisch und wechselnde Landschaften geben der Handlung ihren Rhythmus. Martin Sheens zurückhaltendes Spiel trägt die Geschichte. Der Film entwickelte sich besonders bei Zuschauern mit Interesse am Pilgern zu einem langlebigen Titel.
Raimunda (Penélope Cruz) lebt mit ihrer Tochter Paula (Yohana Cobo) und ihrem Mann Paco (Antonio de la Torre) in Madrid. Nach einem Übergriff in der Wohnung muss Raimunda ihre Tochter schützen und eine Leiche verschwinden lassen. Gleichzeitig stirbt ihre Tante Paula (Chus Lampreave), wodurch Raimunda und ihre Schwester Sole (Lola Dueñas) wieder stärker mit ihrem Heimatdorf in La Mancha verbunden werden. Dort kursiert das Gerücht, der Geist ihrer verstorbenen Mutter Irene (Carmen Maura) sei zurückgekehrt. Sole nimmt Irene schließlich heimlich bei sich auf. Raimunda betreibt unterdessen ein leer stehendes Restaurant und versucht, Familie, Arbeit und Geheimnisse zusammenzuhalten. Die Handlung verbindet Madrid mit der trockenen Landschaft und den Traditionen ihrer Herkunftsregion.
Pedro Almodóvars Film wurde für seine Farben, das Frauenensemble und die Verbindung von Alltagskomödie, Familiengeheimnis und Melodram gelobt. La Mancha ist hier kein touristischer Ort, sondern eine Region aus Wind, Friedhöfen, Nachbarschaft und Herkunft. In Cannes gewann Almodóvar den Drehbuchpreis, das Schauspielerinnen-Ensemble wurde ebenfalls ausgezeichnet.
Rafa (Dani Rovira) lebt in Sevilla und hat seine Heimat Andalusien kaum verlassen. Nach einer Begegnung mit Amaia (Clara Lago), einer jungen Baskin, reist er ihr in den Norden Spaniens hinterher. In Amaias Heimatort gerät Rafa in eine Situation, in der er sich als Baske ausgeben muss. Amaias Vater Koldo (Karra Elejalde) soll glauben, dass der Mann an ihrer Seite aus der eigenen Region stammt. Rafa versucht deshalb, Sprache, Namen, Kleidung und politische Codes nachzuahmen, obwohl er kaum etwas davon versteht. Auch Merche (Carmen Machi) wird in das Rollenspiel hineingezogen. Aus der Verwechslungskomödie entsteht ein Konflikt zwischen regionalen Klischees, Familienerwartungen und echter Zuneigung.
Die Komödie wurde in Spanien zu einem außergewöhnlich großen Publikumserfolg. Ihr Reiz liegt stark im Kontrast zwischen Andalusien und dem Baskenland. Sprache, Essen, Wetter, Auftreten und regionale Selbstbilder treiben viele Pointen an. Der Film wurde nicht überall gleich fein gefunden, traf aber einen Nerv, weil er nationale und regionale Eigenheiten populär erzählte.
Die Familie Solé lebt in Alcarràs in Katalonien und bewirtschaftet seit Jahren Pfirsichbäume. Großvater Rogelio (Josep Abad), sein Sohn Quimet (Jordi Pujol Dolcet), dessen Frau Dolors (Anna Otin) und die Kinder arbeiten während der Ernte eng zusammen. Doch das Land gehört ihnen nicht. Der Besitzer plant, die Bäume entfernen zu lassen und Solaranlagen aufzustellen. Für Quimet steht damit die wirtschaftliche Grundlage der Familie auf dem Spiel. Die Jugendlichen Roger (Albert Bosch) und Mariona (Xènia Roset) erleben die Veränderungen anders als die Erwachsenen, während die jüngere Iris (Ainet Jounou) den Konflikt nur teilweise versteht. Die Erntezeit wird zur letzten gemeinsamen Saison in einer Landschaft, die Arbeit, Familie und Identität verbindet.
Carla Simóns Film wurde für seine genaue Beobachtung einer katalanischen Bauernfamilie gefeiert. Die Bilder der Felder, Höfe, Maschinen, Sommerabende und Familienessen vermitteln ein starkes Gefühl für den Ort. Der Film gewann 2022 den Goldenen Bären der Berlinale. Besonders gelobt wurden die natürliche Ensembleführung und der unaufgeregte Blick auf ländlichen Wandel.
Amélie Poulain (Audrey Tautou) wächst in Paris auf und arbeitet später als Kellnerin im Café des Deux Moulins in Montmartre. In ihrer Wohnung entdeckt sie eine alte Schachtel mit Kindheitserinnerungen eines früheren Bewohners. Nachdem sie diese zurückgegeben hat und die Wirkung ihrer Tat sieht, beginnt sie, heimlich in das Leben anderer Menschen einzugreifen. Sie hilft ihrem Vater Raphaël (Rufus), dem Nachbarn Raymond Dufayel (Serge Merlin), dem schüchternen Lucien (Jamel Debbouze) und mehreren Menschen aus ihrem Café. Gleichzeitig begegnet sie Nino Quincampoix (Mathieu Kassovitz), der weggeworfene Passbilder sammelt. Amélie inszeniert kleine Umwege, Rätsel und Zufälle, muss aber lernen, auch das eigene Leben nicht nur aus sicherer Entfernung zu steuern.
Jean-Pierre Jeunets Film wurde zu einem internationalen Erfolg des französischen Kinos. Montmartre erscheint als sehr bewusst gestalteter, farbintensiver Paris-Kosmos aus Cafés, Treppen, Märkten, Wohnungen und Metrostationen. Die Kritik lobte Audrey Tautou, die Ausstattung und die Musik von Yann Tiersen. Der Film erhielt fünf Oscar-Nominierungen.
Jesse Wallace (Ethan Hawke) stellt in der Pariser Buchhandlung Shakespeare and Company einen Roman vor, der auf einer Begegnung in Wien basiert. Neun Jahre zuvor hatte er dort eine Nacht mit Céline (Julie Delpy) verbracht. Nach der Lesung steht Céline plötzlich im Laden. Jesse hat nur wenig Zeit, weil sein Flug zurück in die USA ansteht. Die beiden gehen durch Paris, trinken Kaffee, fahren mit einem Boot über die Seine und sprechen über die verpasste Verabredung nach ihrer ersten Begegnung. Jesse ist inzwischen verheiratet und Vater, Céline arbeitet für eine Umweltorganisation. Die Gespräche führen durch Erinnerungen, Enttäuschungen, Hoffnungen und die Frage, was aus einer kurzen Verbindung über Jahre werden kann.
Richard Linklaters Film wurde für seine Dialoge, seine Echtzeitnähe und das Zusammenspiel von Ethan Hawke und Julie Delpy gelobt. Paris wird über Bewegung erzählt: Buchladen, Straßen, Cafés, Seine und Wohnungen bilden einen Spaziergang durch die Stadt. Der Film erhielt eine Oscar-Nominierung für das adaptierte Drehbuch.
Remy (Patton Oswalt) ist eine Ratte mit einem ungewöhnlich feinen Geruchs- und Geschmackssinn. Anders als seine Familie will er nicht nur Essensreste suchen, sondern kochen wie sein großes Vorbild Auguste Gusteau (Brad Garrett). Nach einer Flucht wird Remy von seiner Kolonie getrennt und landet in Paris. Dort gerät er in Gusteaus früheres Restaurant, in dem der ungeschickte Küchenjunge Alfredo Linguini (Lou Romano) arbeitet. Als Linguini Remys Talent entdeckt, finden beide eine geheime Methode: Remy sitzt unter der Kochmütze und steuert Linguinis Bewegungen. Colette (Janeane Garofalo) wird zur wichtigen Bezugsperson in der Küche, während Restaurantleiter Skinner (Ian Holm) Verdacht schöpft. Der Kritiker Anton Ego (Peter O'Toole) bringt schließlich zusätzlichen Druck.
Pixars Film wurde für seine Animation, seine genaue Küchenwelt und seine Paris-Bilder gefeiert. Die Stadt wirkt nicht realistisch dokumentarisch, aber sehr liebevoll verdichtet: Dächer, Küchen, Gassen, Licht und Essen formen ein deutlich französisches Gefühl. Ratatouille gewann den Oscar als bester Animationsfilm und zählt zu den meistgelobten Pixar-Filmen der 2000er-Jahre.
Max Skinner (Russell Crowe) arbeitet als erfolgreicher Börsenhändler in London und lebt für schnelle Entscheidungen, Status und Gewinn. Nach dem Tod seines Onkels Henry (Albert Finney) erbt er ein Weingut in der Provence, auf dem er als Kind viele Sommer verbracht hat. Max reist nach Frankreich, um den Besitz zu verkaufen. Vor Ort trifft er auf den Winzer Francis Duflot (Didier Bourdon), dessen Frau Ludivine (Isabelle Candelier), die Restaurantbesitzerin Fanny Chenal (Marion Cotillard) und die junge Christie Roberts (Abbie Cornish), die ebenfalls Ansprüche mit der Familiengeschichte verbindet. Zwischen Renovierung, Weinbergen, Erinnerungen und neuen Beziehungen muss Max entscheiden, ob das Gut nur ein Geschäft bleibt oder sein Leben verändert.
Ridley Scotts Film wurde gemischt aufgenommen, aber seine Provence-Bilder gehörten zu den meistgenannten Stärken. Weinberge, Dorfplätze, Steinhäuser, Terrassen und weiches Licht tragen die Erzählung deutlich. Russell Crowe spielt bewusst leichter als in vielen seiner großen Dramen. Der Film funktioniert vor allem als Reise in eine südfranzösische Lebenswelt.
Jean (Pio Marmaï) kehrt nach Jahren auf das Weingut seiner Familie im Burgund zurück, weil sein Vater im Sterben liegt. Dort trifft er seine Schwester Juliette (Ana Girardot) und seinen Bruder Jérémie (François Civil) wieder. Jean hatte die Region verlassen, lebt inzwischen im Ausland und hat Abstand zur Familie gesucht. Nach dem Tod des Vaters müssen die Geschwister entscheiden, wie sie mit dem Erbe, den Schulden, den Weinbergen und ihrer gemeinsamen Vergangenheit umgehen. Juliette will sich als Winzerin beweisen, Jérémie steht unter dem Einfluss der Familie seiner Frau, und Jean ist zwischen alter Verantwortung und seinem eigenen Leben hin- und hergerissen. Die Jahreszeiten des Weinbaus strukturieren die Handlung.
Cédric Klapisch erzählt das Burgund über Arbeit, Wetter, Böden, Fässer, Ernte und Familienrituale. Der Film wurde als zugängliches, genau beobachtetes Familiendrama aufgenommen, das den Weinbau nicht nur als romantische Kulisse nutzt. Die Landschaft prägt die Figuren, weil jede Entscheidung auch an Besitz, Handwerk und Herkunft gebunden ist.
Hassan Kadam (Manish Dayal) verlässt mit seiner Familie Indien und landet nach mehreren Stationen in einem südfranzösischen Dorf. Sein Vater Papa Kadam (Om Puri) entdeckt ein leer stehendes Gebäude direkt gegenüber dem renommierten Restaurant Le Saule Pleureur. Die Familie eröffnet dort ein indisches Lokal. Madame Mallory (Helen Mirren), die Besitzerin des französischen Restaurants, sieht darin eine Bedrohung für ihren Betrieb und für ihren Ruf. Zwischen beiden Häusern entsteht ein kulinarischer Konflikt aus Tradition, Stolz, Vorurteilen und Konkurrenz. Hassan zeigt großes Talent und nähert sich zugleich Marguerite (Charlotte Le Bon), die in Mallorys Küche arbeitet. Der Film verbindet Familiengeschichte, Kochen und die Frage, wie neue Einflüsse in einer gewachsenen Umgebung ankommen.
Der Film wurde als publikumsnahes Kulinarikdrama mit starken Bildern von Märkten, Dorfstraßen, Küchen und südfranzösischer Landschaft wahrgenommen. Helen Mirren und Om Puri geben dem Konflikt Gewicht und Humor. Die Kritik sah den Verlauf teils vorhersehbar, lobte aber häufig die Atmosphäre, das Essen und die warmen Bilder.