Arman ist einer dieser ziellosen Ü30-Typen - gutmütiger Loser und Single. Er bemerkt, dass die Zeit reif für eine Veränderung ist. Doch so richtig ernsthaft geht er an die Sache zunächst nicht ran. Er versucht seinen Problemen davonzulaufen und beginnt mit dem Joggen. Was er nicht ahnt: die kleine Veränderung hat große Folgen. Erst lernt er bei seinem Lauftraining Amélie kennen, in die er sich verliebt und die ihn nicht loslässt, dann erleidet Armans Freund Benjamin einen Hirnschlag. Und schließlich sind die drei über die Zeitspanne von zwei Herbsten und drei Wintern miteinander verbunden und erleben gemeinsam einen bunten Wechsel aus Treffen, Zwischenfällen, Liebesgeschichten und Erinnerungen ...

Die Dreißigerkrise - ein Thema, das gerne in Filmen und Romanen aufgegriffen wird. Meistens mit einer heiteren Note, oft in Komödien. Die Gesellschaft diktiert, dass man als Ü30 gewisse Ziele erreicht haben sollte. Umso tiefer ist das Loch, in das viele fallen, wenn sie erst einmal die 30 überschritten haben, und bemerken, dass sie die Vorgaben nicht erfüllen. Familie, Karriere, ein Leben in geordneten Bahnen. Und wenn es so gar nicht nach Schema F läuft, dann muss ein Plan B her. Regisseur Sébastien Betbeder ("Die schlafende Stadt") hat sich des Themas auf recht melancholische Weise mit einer gehörigen Portion traurigem Humor angenommen. Sowohl die Darsteller, als auch die sprachlichen Finessen verleihen dem Film einen Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann und so rutscht man beim Zuschauen ganz von selbst in die bittere Problemwelt von Arman und seinen beiden Freunden.



Foto: Déjà vu