"Bad Spies" sollte eine Spionagekomödie mit viel Action werden. Doch der Humor ist meist eher zum Fremdschämen.

Eigentlich dachte Audrey, dass ihr Ex-Freund ein ganz normales Leben führt. Bis zu dem Tag, als sie gemeinsam mit ihrer Freundin Morgan seine Sachen verbrennen will und entdeckt, dass ihr Verflossener ein hochrangiger Spion ist. Als Audrey dann auch noch einen USB-Stick mit brisanten Informationen findet und Augenzeugin eines Mordanschlags wird, verlassen die beiden Freundinnen Hals über Kopf das Land. Doch in Europa wird es für die von Mila Kunis und Kate McKinnon gespielten Damen in der Komödie "Bad Spies" erst so richtig turbulent.

Als sie beschließen, die Mission von Spion Drew (Justin Theroux) zu Ende zu bringen, reiten sich Audrey (Mila Kunis) und Morgan (Kate McKinnon) immer tiefer in dern Schlamassel hinein: Die beiden Möchtegern-Agentinnen werden nicht nur von der CIA verfolgt, sondern auch von osteuropäischen Profikillern und dem sehr mysteriösen britischen Geheimagenten Sebastian (Sam Heughan). Dummerweise haben die beiden Freundinnen obendrein nur wenig Potenzial, gute Spioninnen zu sein.

Humor ist, wie so vieles, Geschmackssache. Aber was Komikerin Kate McKinnon, die hierzulande vor allem aus dem "Ghostbusters"-Reboot bekannt ist, in "Bad Spies" manchmal raushaut, animiert eher zum Fremdschämen. Regisseurin Susanna Fogel, die mit David Iserson auch das Drehbuch verfasste, hat offenbar einen Drang zur absoluten Überspitzung, was sie Witze oft ins Plakative abrutschen lässt. Das mag zwar ein- oder zweimal funktionieren, geht einem aber spätestens nach dem dritten Mal ziemlich auf die Nerven. Das reißt dann auch Mila Kunis nicht mehr raus, die immer mehr zum Sidekick wider Willen wird.

Denn irgendwann nimmt man ihr die neurotische und äußerst naive Audrey einfach nicht mehr ab. Die zwei Frauen bilden zwar einen Kontrast, den es für "Bad Spies" durchaus braucht. Doch sie driften im Lauf der knapp zwei Stunden immer weiter auseinander. Auch an anderer Stelle fällt es dem Film schwer, gegensätzliche Dinge geschickt zu verquicken: Oft wirkt es so, als könne sich Fogel nicht entscheiden, in welche Richtung der Spion-Klamauk eigentlich gehen soll.

Das Ziel war mutmaßlich, eine humorvolle Spionage-Komödie mit ordentlichen Action-Einlagen auf die Beine zu stellen. Der gewisse Charme, dem Genre-Kollegen wie beispielsweise den beiden "Kingsman"-Filmen ihren Erfolg verdanken, fehlt hier aber vollständig. Das fällt immer dann auf, wenn die Brutalität einiger Szenen übertrieben hart ist und dann, im direkten Anschluss, die Comedy-Einlagen mit Holzhammer-Humor total danebenhauen.

Und obwohl die Sprüche extrem derb und die Actionszenen überraschend hart sind, wirkt die Komödie in anderer Hinsicht geradezu unpassend manierlich. Statt passend zum Ton des Films auch die dreckigen Ecken Europas anzusteuern, wo schließlich der Großteil der Geschichte gedreht wurde, hebt Susanna Fogel nur die üblichen touristischen Highlights für Amerikaner heraus. Gerade so, als sei die Regisseurin nicht mutig genug, den Film komplett zu überzeichnen und einfach auf das Publikum wirken zu lassen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst