Sophia Coppola ("The Virgin Suicides") holte sich für ihr emotionalgeladenes Drama eine Top-Besetzung aus Hollywood ins Boot: Neben "Oscar"-Gewinnerin Nicole Kidman ("Eyes Wide Shut"), "Marie Antoinette"-Darstellerin Kirsten Dunst und "Alle Farben des Lebens"-Star Elle Fanning brilliert auch Colin Farrell ("Brügge sehen ... und sterben?") in der Geschichte, die im Jahr 1864 angesiedelt ist.

Diese ist die feministische Antwort auf Don Siegels ("Dirty Harry") Verfilmung "Betrogen" von 1971, die ebenfalls wie "Die Verführten" auf der Romanvorlage "The Beguiled" von Thomas Cullinan beruht. Während Siegels Werk das dominante, männliche Geschlecht (gespielt von Clint Eastwood) in den Fokus rückt, liefert Coppola eine noch stärkere Retourkutsche, die mit tiefschwarzem Humor aufwartet und so nicht nur für weibliche Zuschauer durchaus sehenswert ist.

Colin Farrell als Hahn im Korb

Im Zentrum des Werks stehen die Damen einer Mädchenschule: Rektorin Martha Farnsworth (Nicole Kidman), Lehrerin Edwina Dabney (Kirsten Dunst) sowie fünf ihrer Zöglinge. Ihr bisheriges Leben ist ruhig, gesittet und anständig.

Als dann aber Coporal McBurney (Colin Farrell) auftaucht, der als verletzter Soldat des Bürgerkriegs die Pflege der Frauen in Anspruch nehmen muss, brechen diese aus ihrem wohlgeordneten Dasein aus. Sie alle können sich dem attraktiven Mann nicht lange entziehen und wollen ihn für sich gewinnen. Eifersucht ist programmiert, und natürlich bleibt das Spiel um dem begehrten Mann nicht fern von Intrigen.