Der eigenen Mutter auf dem Uni-Campus begegnen. Seine Studienfreundinnen mit ihr teilen müssen. Und gemeinsam angesagte Partys besuchen. Eine grauenvolle Vorstellung für junge Menschen Anfang 20, die fernab des Elternhauses endlich ihren eigenen Weg finden wollen. Und eine vielversprechende Ausgangslage für eine Komödie mit diversen Verwicklungen. Was Filmemacher Ben Falcone und Ehefrau Melissa McCarthy in ihrer dritten Kinozusammenarbeit nach "Tammy – Voll abgefahren" und "The Boss" allerdings zustande bringen, ist eine größtenteils lahme Sketchparade, die nur in wenigen Momenten herrlich absurde Situationskomik heraufbeschwört.

Nachdem sie ihre Tochter Maddie (Molly Gordon) an ihrem College abgesetzt hat, muss Deanna (Melissa McCarthy) einen deftigen, da vollkommen unerwarteten Tiefschlag hinnehmen. Ihr Mann Dan (Matt Walsh) hat eine andere Frau ("Modern Family"-Star Julie Bowen) kennengelernt, will sich sofort scheiden lassen und kündigt unverblümt an, dass er das auf seinen Namen eingetragene Haus in Kürze verkaufen werde. Frustriert und geknickt sucht die Verlassene zunächst bei ihren Eltern Rat. Während einer Squashpartie mit ihrer besten Freundin Christine (Maya Rudolph) kommt ihr jedoch plötzlich eine bahnbrechende Idee: Warum sollte sie die neue Freiheit nicht dazu nutzen, ihr nie beendetes Archäologiestudium abzuschließen? Gesagt, getan. Nur wenig später steht Deanna in Maddies Verbindungshaus und eröffnet der verdutzten Tochter, dass sie sich gerade ebenfalls an der Hochschule eingeschrieben habe.

So sehr man die Energie und die Leinwandpräsenz McCarthys auch bewundern mag, so wenig kann man sich über das Drehbuch freuen, das die Hauptdarstellerin mit ihrem Ehemann Falcone ausgeheckt hat. "How to Party with Mom" ist die meiste Zeit eine beliebig zusammengeschusterte Nummernrevue, die aus ihrer Prämisse keine spannenden Konflikte abzuleiten weiß. Obwohl sich Maddie zunächst alles andere als begeistert über das Auftauchen ihrer Mutter zeigt, scheint sie schnell die Haltung ihrer College-Freundinnen zu teilen, bei denen Deanna von Anfang an einen positiven Eindruck hinterlässt. Halbherzig fallen die Scharmützel mit zwei klischierten Uni-Zicken aus. Und anstelle einer turbulenten, wendungsreichen Geschichte erwartet den Zuschauer ein Plot, der sich mühsam von einer Studentenfeier zur nächsten schleppt.

Angesichts der inhaltlichen Schludrigkeiten passt es ins Bild, dass die Zeichnung der Protagonistin zuweilen arg willkürlich und konzeptlos anmutet. Wird Deanna zu Beginn noch als übereifrige, um keinen Spruch verlegene, alle Kommilitonen grüßende Quasselstrippe inszeniert, behauptet der Film später, dass sie nicht frei vor einer Gruppe von Menschen sprechen könne. Eine unglaubwürdige Offenbarung, die während eines aus dem Ruder laufenden Referats für billige Lacher herhalten muss.

Dass McCarthy und Falcone durchaus ein Gespür für bestechende Komik haben, beweisen einige spritzig-dynamische Passagen. Überaus amüsant gerät etwa die Szene, in der sich Deanna und Dan bei einer Scheidungsmediatorin einfinden, von der sie die Ansage erhalten, stets nur in ihre Richtung zu sprechen und nie die Gegenpartei anzuschauen. Angenehm ist es auch, dass "How to Party with Mom" auf allzu stumpfen Genitalhumor verzichtet und erfreulich unverkrampft mit der stürmischen Liebschaft zwischen Deanna und einem nur halb so alten Studenten (Luke Benward) umgeht. McCarthys schwungvolles Spiel und vereinzelte Höhepunkte reichen jedoch bei weitem nicht aus für einen rundum unterhaltsamen Kinoabend.

Quelle: teleschau – der Mediendienst