"Yes We Can!" - Mit diesem Motto gewann Barack Obama 2008 den Wahlkampf in den USA und wurde zum 44. Präsidenten. Während zwei Amtszeiten bis 2017 bewirkte er viel und setzte zahlreiche Reformen um. Doch einige davon sind stark umstritten. Zu diesen zählt auch der Einsatz US-amerikanischer Militär-Drohnen in Kriegsgebieten, den Obama ausweitete. Der Dokumentarfilm von Sonia Kennebeck widmet sich diesem brisanten Diskurs.

Prägender Auftrag

Die Regisseurin schaffte es, Menschen dazu zu bewegen, vor laufender Kamera über ihre persönlichen Erfahrungen im Drohnenkrieg zu berichten. Was dabei ans Tageslicht kommt, ist schockierend und bewegend. Ungeschönt und detailliert schildern drei Kriegsveteranen die Schlachten, die sie per Joystick in fernen Ländern führten. Zudem geben sie tiefe Einblicke in ihre Psyche und verraten, dass sie noch immer von Schuldgefühlen geplagt werden, da sie nicht nur Feinde, sondern auch Zivilisten umbrachten.

Facettenreiche Bestandsaufnahme

Der Beitrag bleibt aber nicht nur bei dieser einen düsteren Perspektive. Im zweiten Teil begleitet das Filmteam nämlich eine Soldatin, die sich aktiv mit ihren Erlebnissen auseinandersetzen will. So begibt sich die mutige Frau an den Ort des Geschehens, nach Afghanistan. Dort befasst sie sich mit den Folgen ihres Einsatzes und trifft die Einheimischen, die unter der Militäroperation zu leiden hatten. All dies wird bildgewaltig in Szene gesetzt, wobei dem Zuschauer aber kein vorgefertigtes Fazit auferlegt wird. So bleibt ihm am Ende genug Freiraum, sich eine eigene Meinung zum Thema zu bilden.