Bevor wir auf Ruby O. Fee zu sprechen kommen, die nach der Ausstrahlung dieses Tatorts ein Fernsehsternchen von gefühltem Weltruhm sein wird, müssen wir auf das generell rege Zusammenwirken von Polizeidienst und Privatleben zu sprechen kommen. Da es sich um einen Stuttgarter Tatort handelt, geht es natürlich um den allseits geschätzten Ordnungshüter Sebastian Bootz (Felix Klare), dem in der vorigen Folge die Frau davonlief und der nun in ungeraden Wochen seine beiden Kinder zu bevatern hat. Drehbuchautor Wolfgang Stauch saugt aus der Konstellation Dienst oder Kinder denn auch einigen Honig, bis hin zu einer veritablen Actionsszene in einem Parkhaus. Alle Achtung.

Ein Sozialarbeiter ist im Klo ertränkt worden, und manches deutet auf ein ebenso patziges wie bildhübsches Wesen namens Sarah, gespielt von Ruby O. Fee, als Täterin hin. Ruby (im Film 13, im Leben 17) liefert ein Paradestück von früher Verkommenheit, Einsamkeit und Mädchentrotz. Neben ihr bleiben Richy Müller, Felix Klare und der große Rest des Ensembles blass. Einzig Carolina Vera als Staatsanwältin darf Profil entwickeln, was ihr beeindruckend gelingt. Noch mag sie es sich nicht eingestehen, aber sie hat sich in Papi Bootz verknallt. "Happy Birthday Sarah", eine Tatortfolge der besseren Sorte. Sehenswert vor allem dank Fee und Vera. dh

Foto: SWR/Stephanie Schweigert