Genforscherin Rosetta hat eine Formel entwickelt, mit der sie ihre DNS in einen Computer herunterladen kann, um dort Replikantinnen zu züchten. Die drei von ihr produzierten Wesen nennt sie Ruby, Olive und Marinne. Sie funktionieren als allwissende "Portale" im Internet, wo sie Usern helfen, sich ihre Wünsche zu erfüllen. Außerdem müssen sie für Rosetta die Hausarbeit erledigen. Pflegeleicht sind Ruby, Olive und Marinne allerdings nicht. Um zu überleben, benötigen sie männliche Y-Chromosomen, die bekanntlich nur in Spermien vorkommen. Ruby muss das kostbare Gut immer wieder beschaffen. Dazu lässt sie sich von Liebesfilmen inspirieren und verführt dann Männer, um deren Sperma zu erbeuten, das sie später mit ihren Schwestern teilt ...

Regisseurin Lynn Hershman Leeson drehte diese grelle Cyberspace-Fantasie, die sicher nicht jedermanns Sache ist und in der Tilda Swinton eine der bizarrsten Rollen ihrer Karriere spielt. Sie gibt hier gleich vier Figuren, futuristisch-elegant gekleidet in Kreationen des Stardesigners Yoji Yamamoto. Allerdings ist "Teknolust" eine nur stellenweise überzeugende Geschichte über das Erwachsen werden, über den Verlust der Unschuld, über Neugierde und die Suche nach Selbstverwirklichung. Regisseurin Hershman Leeson, geboren 1941, war eine der ersten, die moderne, interaktive Medien in ihre künstlerische Arbeit integrierte.

Foto: ZDF/Mark Garrett