An den einsamen Strand einer beinahe menschenleeren Insel wird ein Körper angeschwemmt, ein androgynes Wesen mit Kurzhaar-Punker-Frisur. Der Sheriff nimmt sich des sonderbaren Wesens an, gibt ihm Bleibe in seinem menschenleeren Gefängnis. Für die kleine Gemeinschaft der Insel, unter anderem ein Drogendealer, ein Priester, eine Gräfin, eine Hure und ein Hellseher, steht der nicht sonderlich gesprächige Neuankömmling, der im Jogginganzug und mit übergestreiften Kopfhörern ständig zu Elektro-Beats zappelt, bald im Mittelpunkt des Interesses …

Ein merkwürdiger, surrealer Mix aus Western, Drama und Sciencefiction des italienischen Regisseurs Davide Manuli, bei dem sich der Zuschauer schon nach kurzer Zeit fragt, was der Filmemacher mit seinem Werk eigentlich sagen möchte. Während Werner Herzog in seinem Kaspar-Hauser-Film "Jeder für sich und Gott gegen alle" großes Interesse an dem Menschen zeigte und Peter Sehr seinen "Kaspar Hauser" als historische Kriminalgeschichte anlegte, dient Manuli die Hauptfigur (dargestellt von der Tänzerin Silvia Calderoni) nur als loser Rahmen für eine öde Geschichte, die eigentlich gar keine ist, sondern lediglich wenig zusammenhängende Szenen aneinanderreiht. Vor der menschenleeren Kulisse der Mittelmeerinsel Sardinien in teils gelungenen Schwarzweiß-Bildern eingefangen, erschließt sich Sinn und Zweck dieses vor allem durch den Elektro-Soundtrack des französischen DJ Vitalic getragenen Streifens nicht. Da nutzt auch der wuchtige Auftritt von Vincent Gallo in der Doppelrolle des Sheriffs (der auch DJ ist) und Drogendealers nichts. Manuli sollte bei seinem nächsten Film eine Interpretationshilfe mitliefern!

Foto: Filmperlen