Der New Yorker Journalist Paul Kemp nimmt 1960 ein Angebot einer Zeitung auf Puerto Rico an und kann dort hinreichend seinem Alkoholismus frönen. Auch wenn er den Untergang des "San Juan Star" kaum verhindern kann, setzt der Chefredakteur große Hoffnung in ihn. Doch Kemp lässt sich lieber von seinen durchgeknallten Kollegen zu Saufgelagen einladen - bis er die schöne Chenault kennenlernt. Die jedoch ist die Freundin des amerikanischen Unternehmers Sanderson, der hofft, das große Geld mit dubiosen Immobiliengeschäften zu verdienen. Damit diese funktionieren, heuert er Kemp als Schreiber für Werbe-Prospekte an. Doch bald weiß Kemp nicht mehr, ob er die Zerstörung eines Paradieses begünstigen, sich Sandersons Freundin greifen oder lieber doch weitersaufen soll ...

Nach "Fear and Loathing in Las Vegas" schlüpft Johnny Depp hier zum zweiten Mal in die Rolle des Paul Kemp, der als Alter Ego von Journalist und Schriftsteller Hunter S. Thompson in mehreren Romanen verewigt wurde. Doch leider mixten hier die Macher ein paar Romane durcheinander (auch wenn sich vornehmlich an "The Rum Diary" orientiert wurde) bzw. kürzten die Vorlage relativ schlecht (hier finden sich etwa mehrere Personen in einem Charakter wieder, was nur bedingt funktioniert) und reduzierten die gekonnte wie faszinierende Zeitchronik auf die Drogengelage. Dabei traute sich Regisseur Bruce Robinson zudem zu wenig. Die fast schon halluzinogene Wirkung von "Fear & Lothing" entwickelt er in keiner Minute. Auch wenn die Null-Story hier oft dahinplätschert wie die Wellen an den paradiesischen Stränden Puerto Ricos, bleiben immerhin ein paar starke Auftritte des ambitionierten Darstellerensembles und das halbswegs gelungene Zeitkolorit.

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