Das rumänische Au-Pair-Mädchen Fiona soll es richten. Sie wird als Haushaltshilfe bei der deutschen Familie Bauer eingestellt um die täglich anfallenden Arbeiten im Haus erledigen. Doch irgendetwas stimmt nicht mit der augenscheinlich ganz normalen Familie: Vater Wolfgang ist nur am Wochenende zu Hause, Mutter Claudia hat schon lange nicht mehr das Haus verlassen, die noch minderjährige Tochter Nicole hat einen doppelt so alten Freund mit Muttersöhnchen-Allüren und Spross Jürgen will am liebsten immer nur spielen. Keiner sieht den anderen, keiner spricht mit dem anderen: auch wenn sie zusammen leben, nimmt keiner den anderen wahr. Mit Fionas Auftauchen gerät das "Familienleben" plötzlich aus den Fugen. Die Bauers haben ihren Sündenbock in dem hilflosen Mädchen gefunden, die nach drei Monaten nur noch einen Ausweg sieht ...

Schonungslos und trostlos erzählt Regisseurin Jessica Krummacher über den alltäglichen Horror in einer Familie, die verlernt hat miteinander zu kommunizieren. Es handelt sich hier um den Abschlussfilm der Münchener Filmstudentin Krummacher, die es 2011 mit dieser Low-Budget-Produktion sogar schaffte, den einzigen deutschen Beitrag für das offizielle Programm der Internationalen Filmfestspiele von Venedig beizusteuern. Ein starkes, wenn auch verstörendes Kino-Debüt einer jungen Absolventin, die mit Marina Frenk in der Rolle der Fiona eine vielschichtige und gut aufspielende Darstellerin besetzt hat.

Foto: Filmgalerie 451