Für manche ist der Horrorfilm ein Einstieg ins Filmgeschäft, andere werden dadurch wirklich populär. Solide, teils seichte Fernsehunterhaltung, dafür stand die junge Anna Hausburg ("Soko Wismar", "Das Traumhotel") in den vergangenen Jahren. Unter der Regie des Schweizers Mathieu Seiler wagt sie in "True Love Ways" deutlich mehr. Dieser liefert einen Splatterstreifen in Schwarz-Weiß ab, dessen Bilder ungleich ästhetisch über dem Grauen seiner Story stehen. 

Kein böser Traum

Seine Hauptfigur Séverine (Hausburg) hat permanent seltsame Albträume und fragt sich, ob sie und ihr Freund Tom (Kai Michael Müller) noch zusammenpassen. Um das herauszufinden, möchte sie eine Beziehungspause einlegen und verreist allein.

Der niedergeschlagene Tom flüchtet sich zunächst in den Alkohol, lässt sich dann aber auf einen Plan mit bösen Folgen ein: Ein Fremder schlägt ihm vor, Séverine zu kidnappen, damit Tom sie als ihr Retter befreien könnte und sie reumütig zu ihm zurückkehre. Bald nimmt das Vorhaben jedoch eine unerwartete Wendung. Offenbar gehört der Unbekannte zu einem Sniff-Ring. 

Nicht für Jedermann

"Film Noir. Horror. Snuff Porn. Liebe. Gewalt. Obsession." Mit diesen Schlagworten wird die Indie-Produktion angekündigt. Tatsächlich vereint sie alle diese Elemente auf besondere Weise in sich. Und Seiler bleibt seinem Metier treu. Für die Allgemeinheit ist "True Love Ways", der als Titel einen Song von Buddy Holly trägt nichts. Genrefans sollten einen Blick riskieren.