Ein friedliches schwarzafrikanisches Dorf, in dem paradiesische Zustände herrschen, wird durch rücksichtslose Rodungen nachhaltig gestört. Die matriarchalische Organisation sowie die traditionellen Strukturen, Sitten und Gebräuche zerfallen, die Menschen werden von Selbstsucht und Besitzgier ergriffen, und am Ende liegt das Dorf in Schutt und Asche.

Wer hier einen öden Öko-Streifen erwartet, sieht sich getäuscht: Der Film ist eine poetische, witzige, lebensbejaende und zudem brillant fotografierte Parabel um den Raubbau an der Natur und den Folgen des sogenannten Fortschritts, der hier nur den Untergang einer Epoche besiegelt. Regie führte der Georgier Otar Iosseliani, der seit Jahren in Frankreich lebt und arbeitet. Hierzulande wurde er vor allem durch seine komplexe Gesellschaftskomödie "Die Günstlinge des Mondes" (1984) bekannt. Wie in allen früheren Arbeiten will der Regisseur in "Und es ward Licht" keine modische Zivilisationskritik üben, sondern vielmehr vom Werden und Vergehen, von den unterschiedlichen Kulturen, vom Leben überhaupt erzählen.