1997 fällt der Pforzheimer Harry Wörz aus allen Wolken, als er eines Morgens verhaftet wird. Man beschuldigt ihn, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau überfallen und so schwer gewürgt zu haben, dass sie bleibende Gehirnschäden erlitten hat. Vor dem Landgericht Karlsruhe wird er tatsächlich wegen versuchten Totschlags zu elf Jahren Haft verurteilt. 1999 übernimmt der junge Anwalt Hubert Gorka Wörz' Verteidigung …

Regisseur Till Endemann, der mit Werken "Auslandseinsatz" und "Flug in die Nacht - Das Unglück von Überlingen" sein Händchen für zeitgeschichtliche Stoffe mit dramatischem Hintergrund bewies, beschreibt mit diesem authentischen Fall einen der aufsehenerregendsten Justizirrtümer der jüngeren Zeit. Wörz kämpfte jahrelang gegen die Mühlen des deutschen Rechtssystems. 1998 verurteilte das Landgericht Karlsruhe den Angeklagten wegen versuchten Totschlages an seiner Ex-Frau zu elf Jahren Haft. Vier Jahre später erreichten Wörz und sein Anwalt die Aufhebung seiner Freiheitsstrafe, da nach der Prüfung durch das Oberlandesgericht Karlsruhe bei der Ermittlungsarbeit erhebliche Mängel festgestellt wurden. Nach einem jahrelangen Justiz-Marathon an Revisionen und Wiederaufnahmeverfahren wurde Wörz 2010 abschließend rechtskräftig freigesprochen. Erst im Januar 2013 stellte die Staatsanwaltschaft Karlsruhe sämtliche Ermittlungen ein. Großartig gespielt von dem bisher eher als Seriendarsteller bekannten Rüdiger Klink ("Das geteilte Glück", "Die Manns - Ein Jahrhundertroman"), war der echte Harry Wörz als Berater bei den Dreharbeiten dabei.

Foto: SWR/UFA Fiction/Grischa Schmitz