Russell sitzt in der Todeszelle, weil er einen Polizisten getötet hat. Als seine Sandkastenliebe Pam zufällig davon erfährt, glaubt sie nicht, dass er zu dieser Tat fähig war. Sie findet heraus, dass der Vietnamveteran seit dem Krieg traumatisiert ist und zum Zeitpunkt des Mordes nicht zurechnungsfähig war. Pam setzt alles daran, ihn vor der Todesstrafe zu retten und riskiert dabei ihre Ehe...

Regisseur Tony Bill drehte hier mit starken Darstellern nach einem Drehbuch von Doug Magee, der das Drama auch produzierte. Sissy Spacek und besonders David Straithaim geben hier Galavorstellungen ihrer Schauspielkunst, und auch Arliss Howard als Spaceks Ehemann weiß durchaus zu überzeugen. Doch allein diese Leistungen machen "Urteil der Gerechtigkeit" noch zu keinem sehenswerten Film, denn zu schluddrig und lieblos wurde hier das Drehbuch gestrickt, das zudem nur so vor Unwahrscheinlichkeiten und Übertreibungen strotzt. Wie ist es etwa möglich, dass der Ehemann des Rette-Engels Spacek den verurteilten Cop-Killer in der Nacht vor der Vollstreckung der Todesstrafe besucht? Letztlich ist dieses fürs TV produzierte Drama ein weiterer misslungener Versuch, das Thema der zur tickenden Zeitbomben werdenden Kriegsveteranen mit psychischen Schäden aufzuarbeiten. Hier wird das Thema eher totgetrampelt, der Veteran als Suizid-gefährdetes, alkoholabhängiges Problemkind der Gesellschaft. Wären nicht die guten Darsteller, man könnte diesen Film getrost vergessen.