Kometenhaft mutet der Aufstieg von Mehmet E. Göker an: Mit dem Vertrieb von privaten Krankenversicherungen scheffelt er seine erste Million und baut ein Versicherungsimperium mit über 1000 Mitarbeitern auf, die ihm bedingungslos vertrauen und von seinem Erfolg profitieren wollen. Wie ein König lässt sich Göker hofieren, seinen geldgierigen Gefolgsleuten richtet er rauschende Feste aus, Nobelschlitten, Pelze, Smoking und fette Zigarren prägen seine öffentlichen Auftritte. Doch nicht nur die Mitarbeiter lassen sich blenden, auch seine Geschäftspartner von großen Versicherungsunternehmen wie AXA, Hallesche und Central wollen von Gökers unglaublichen Aufstieg profitieren und Strecken riesige Summen vor. Doch als der Erfolg ausbleibt, fordern sie ihr Geld zurück - der Anfang vom Ende von Gökers Karriere in Deutschland ...

Filmemacher Klaus Stern, der schon mit Dokumentarfilmen wie "Andreas Baader - Der Staatsfeind", "Weltmarktführer - Die Geschichte des Tan Siekmann" oder "Henners Traum" große Aufmerksamkeit erregte, erzählt hier die Geschichte des jungen türkischen Geschäftsmannes, die gleichzeitig eine Geschichte der deutschen Versicherungswirtschaft ist. Göker brachte es innerhalb kürzester Zeit - vor allem mit Hilfe von großen deutschen Versicherungsunternehmen - zu einem Millionenvermögen. Allerdings ging er ebenso schnell wieder pleite. 2009 nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen ihn auf, Untreue, Insolvenzverschleppung und unlauterer Wettbewerb lauten unter anderem die Vorwürfe. 2011 hat Göker, der bereits 2007 wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 720000 Euro verurteilt worden war, 21 Millionen Euro private Schulden, die Staatsanwaltschaft ermittelt immer noch. Scheinbar kein Problem für Göker, der mittlerweile an der türkischen Ägäisküste lebt und dort die "Göker Consulting Group" mit über 50 Mitarbeitern leitet. Wohl gemerkt nicht seine Firma, sondern die seiner Muttet!

Foto: sternfilm/© Ulf Schaumlöffel