Arthur Barrethat alles erreicht, was einen Mann im Amerika der 30er Jahre glücklich macht. Er hat eine schöne und gebildete Frau, die ihn liebt. Er ist vermögend und als Rechtsanwalt derart erfolgreich, dass sein exzellenter Ruf bis in die Kreise um Präsident Roosevelt vorgedrungen ist. Einzig Nachkommen sind ihm versagt geblieben, denn Arthur ist unfruchtbar. Gattin Eleanor, die eben ihre ersten Roman veröffentlicht hat, möchte aber unbedingt Mutter werden. Also heuert Arthur für viel Geld den Harvard-Absolventen Roger an, der seine Frau schwängern soll. Dies gegen die Warnungen von Haushälterin Syril , die über das heikle Arrangement informiert wird. Tatsächlich geschieht, was keiner wollte: Roger verliebt sich in Eleanor. Von ihr zurückgewiesen, beginnt er, die Barrets zu erpressen. Arthur sieht nur noch eine Möglichkeit, die Ehre seiner Familie zu verteidigen und begeht eine folgenschwere Tat. Das Unglück nimmt seinen Lauf.

1998, also zu einem Zeitpunkt entstanden, als künstliche Befruchtung längst Realität und Routine ist - nimmt sich Lesli Linkla Glatters Kostümdrama "Wunsch und Wirklichkeit" reichlich anachronistisch aus. Dies nicht zu seinen Ungunsten: Die Regisseurin kann die medizinischen Gesichtspunkte ausser Acht lassen und sich dafür mit den menschlichen Aspekten der Kinderlosigkeit auseinandersetzen. Was dem Film dank der Feinfühligkeit der "Twin-Peaks" Regisseurin und dank der grossartigen Besetzung brillant gelingt: Oscarpreisträger William Hurt als Rechtsanwalt, mit der Britin Madeleine Stowe ("Blink")als verhinderter Mutter und mit Kenneth Branagh als Pfarrer ist der Film ein schicksalsschwangeres Drama von Shakespeare'schem Format.