Berlin 1953: Die 11-jährige Susanne lebt mit ihrer älteren Schwester Gies und ihrer Mutter Isolde im Ostbezirk Pankow. Doch die Mutter hat wenig Zeit für ihre Kinder, da sie schwer für den Wiederaufbau der Deutschen Demokratischen Republik arbeitet. Da Susanne musisch sehr begabt ist, geht sie bei im westlichen Bezirk Zehlendorf, wo ihre gut betuchte Großmutter Nora lebt, zur Musikschule. Doch das geregelte Leben ändert sich auf einen Schlag, als Vater Emil traumatisiert aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt ...

Nach ihrem gemeinsamen Auftritt in dem Liebesdrama "Die Schauspielerin" standen Corinna Harfouch und André Hennicke in diesem Familiendrama von Horst Seemann (1937-2000) nach Rita Kuczynskis Roman "Wenn ich kein Vöglein wär" erneut gemeinsam vor der Kamera. Hennicke gibt hier den traumatisierten Kriegsheimkehrer, dem niemand etwas recht machen kann, Harfouch ist die aufbauwillige und stramme Kaderfrau, die noch nicht einmal genügend Zeit für ihre Kinder hat. Möglicherweise wollte Seemann diese Epoche der frühen DDR möglichst realistisch in Szene setzen, doch heute wirkt dies alles schon sehr angestaubt.

Foto: ANIXE HD