Es ist früh am Morgen, als Tom Wesnik zusammen mit seiner Frau Esther von einem Fest nach Hause fährt. Am Ortseingang ihres Heimatdorfes Sarezin bietet sich den beiden ein beunruhigender Anblick: Eine Polizeisperre versperrt ihnen den Weg, Streifenwagen und Feuerwehrautos säumen die Hauptstraße, drei Särge werden aus einem Wohnhaus getragen. Fotojournalist Tom wittert sogleich eine Story und begibt sich mit seiner Kamera zum Ort des Geschehens. Zu seiner Verwunderung bemerkt er, wie er plötzlich unter den hasserfüllten Blicken der Dorfbewohner in den Fokus von Kriminalhauptkommissar Franz und Staatsanwältin Stiller rückt, die gerade, sichtlich um Haltung bemüht, den Tatort in Augenschein nehmen. Wie ein Blitzschlag trifft ihn die schreckliche Wahrheit: Sein Sohn Lukas soll drei Menschen erschossen haben. Die heile Welt der Familie Wesnik bricht zusammen. Ihr Sohn Lukas, ein kaltblütiger Mörder?

Regisseur und Drehbuchautor Niki Stein inszenierte ein fesselndes, differenziert dargestelltes Familiendrama, in dem weniger die Tat selbst, als die Fassungslosigkeit der entsetzten Eltern des Täters, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, im Mittelpunkt steht. Silke Bodenbender wurde 2012 auf dem Festival International de Programmes Audiovisuels (FIPA) in Biarritz für ihre Rolle in "Vater Mutter Mörder" als beste Darstellerin in einem Fernsehfilm ausgezeichnet.

Foto: ZDF/Stefan Erhard