Die Kaiserin von Summtropolis (Sprecherin Andrea Sawatzki, Mitte) lässt die freche Biene Maja unter einer fürchterlichen Bedingung an den Honigspielen teilnehmen.
"Die Biene Maja - Die Honigspiele" von Alexs Stadermann und Noel Cleary bietet solide Unterhaltung für die moderne Familie, wenngleich der Animationsfilm für Kleinkinder ein wenig zu aufregend geraten ist.

Biene Maja - Die Honigspiele

KINOSTART: 01.03.2018 • Kinderfilm • D / AUS (2018) • 85 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Die Biene Maja - Die Honigspiele
Produktionsdatum
2018
Produktionsland
D / AUS
Filmstudio
Studio B Animation, Studio 100 Media, Flying Bark Productions
Einspielergebnis
10.800.000 USD
Laufzeit
85 Minuten
Regie
Noel Cleary, Sergio Delfino

Filmkritik

Die Tribute von Summtropolis
von Gabriele Summen

Gleich zu Beginn des zweiten Teils summt eine Ameise die Titelmelodie der "Biene Maja"-Zeichentrick-Produktion aus dem Jahre 1975. Mit diesem Ohrwurm verneigt sich Alexs Stadermann ("Kein Keks für Kobolde"), der dieses Mal gemeinsam mit Noel Cleary Regie führte, vor der deutsch-österreichisch-japanischen Kult-Serie nach den Büchern von Waldemar Bonsels. Ansonsten orientieren sich er und sein Drehbuchautoren-Team inhaltlich aber an zeitgemäßen Filmstoffen für Kinder und Jugendliche, allen voran der megaerfolgreichen Jugendbuchverfilmung "Die Tribute von Panem". Ebenso wie in dem dystopischen Drama muss die weibliche Hauptperson die titelgebenden, bitterernsten Spiele gewinnen – in diesem Fall, um ihren Bienenstock vor dem sicheren Tod zu bewahren. Ganz schön nervenaufreibender Stoff für Kinder ab null Jahren!

Schon der Einstieg in den Film, der in Zusammenarbeit mit dem australischen Animationsstudio Flying Bark Productions entstand, ist nichts für allzu zarte Kinder-Nerven: Rasant fliegen die charmant animierte Biene Maja (Sprecherin Theresa Zertani) und ihr sympathisch-ängstlicher Sidekick Willi (Sprecher Jan Delay) mit ihren Freunden auf Libellen um die Wette. Team Maja gewinnt, und die Biene erzählt dem recht mitgenommenen Willi, wie gern sie doch einmal an den Honigspielen teilnehmen würde.

Auf dem Heimweg treffen die Bienenkinder dann tatsächlich auf Alfons Graf von Bienenstich der Dritte (Sprecher Uwe Ochsenknecht), den Gesandten der Kaiserin, die alljährlich die Spiele ausrichtet. Sollte Majas innigster Wunsch tatsächlich in Erfüllung gehen? Wohl kaum, fordert die Kaiserin doch die Hälfte der Honigernte für ihre Spiele ein. Dabei hat der Stock in diesem Jahr so schon kaum genug, um alle Bienen sicher über den Winter zu bringen!

Empört macht sich Maja mit Willi auf den Weg nach Summtropolis, um der gnadenlosen Kaiserin (Sprecherin Andrea Sawatzki) ihre Meinung zu sagen. Die beschließt, der vorlauten Biene eine Lektion zu erteilen. Sie darf an den Spielen teilnehmen, allerdings nur unter der Bedingung, dass ihr Stock, sollte sie verlieren, die ganze Ernte abgeben muss! Das mutige Bienenmädchen lässt sich auf das gefährliche Spiel ein.

Teamgeist, Selbstvertrauen und wahre Freundschaft

Doch trotz ihres unverwüstlichen Optimismus muss sie sich schon bald eingestehen, dass mit ihrem Team der Sieg keineswegs sicher ist. Ihre Mitstreiter bestehen nämlich aus dem total gechillten Spinnenmädchen Luna, der sich fürchterlich vor Keimen fürchtenden Kakerlake Fussel, der Wanze Caruso und den beiden recht depperten Ameisen Eddy und Freddy.

Vier Wettkämpfe müssen die Teams durchlaufen, wobei ein optisch schön gestalteter Wettlauf die Bäume hoch – bei dem es dicken Tautropfen auszuweichen gilt – zu den visuellen Höhepunkten zählt.

Während der Wettkämpfe werden Themen wie Teamgeist, Selbstvertrauen und wahre Freundschaft angeschnitten – leider wird der pädagogische Zeigefinger teilweise zulasten der Spannung und des anarchischen Humors des Originals überstrapaziert.

Sehr gelungen ist dagegen eine Szene, in der Biene Maja mithilfe ihres kultigen Freundes Flip – der in diesem Teil entschieden zu wenig Leinwandzeit bekommt – begreift, wie wichtig es ist, stets Verantwortung für seine Taten zu übernehmen. Eine wichtige Botschaft in Zeiten des Klimawandels und anderer Krisenherde.

So darf man alles in allem recht optimistisch einem dritten, modernisierten Teil der Biene-Maja-Verfilmungen entgegenblicken und hoffen, dass sich nach Helene Fischers furchtbarer Version des Karel-Gott-Songs im ersten Teil und der erschreckend belanglosen Maja-Hymne im Abspann des zweiten Teils noch ein begnadeter Komponist für die nächste Verfilmung findet.

Quelle: teleschau – der Mediendienst

Weitere Darsteller
Coco Jack Gillies Benson Jack Anthony Richard Roxburgh Justine Clarke Marney McQueen Peter McAllum Linda Ngo Cam Ralph Jordan Hare Tess Meyer David Collins Jane Ubrien Sam Haft Shane Dundas Benson Jack Anthony Jimmy James Eaton Rupert Degas Tess Meyer Stavroula Adameitis Alexs Stadermann Archie Gould Audrey Diebel Ben Ward Brad Price Eden Diebel Gabriel Robinson Harry Herbert Kai Stadermann Lachlan Phillips Louis Gould Louise Terley Luka Stadermann Pip Francis Romi Farovich Ruth Jabbour Samson Hyland Jenifer  Lou  Tess Meyer Alexs Stadermann Archie Gould Audrey Diebel Ben Ward Brad Price Eden Diebel Gabriel Robinson Harry Herbert Kai Stadermann Lachlan Phillips Louis Gould Louise Terley Luka Stadermann Pip Francis Romi Farovich Ruth Jabbour Samson Hyland

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