Was ist Sehnsucht? Der deutsche Philisoph Immanuel Kant fand darauf einst seine eigene Antwort: "Der leere Wunsch, die Zeit zwischen dem Begehren und dem Erwerben des Begehrten vernichten zu können, ist Sehnsucht." Man kann den unbändigen Drang nach einer Person, einem Ort oder auch einer Sache verspüren. Ob sich dieser allerdings in Erfüllung widerspiegelt, ist nicht immer vorauszusehen und von der Situation abhängig.

In Indien pflegt man diesbezüglich ein weises Sprichwort, das besagt: "Welcher Schmerz in diesem Leben voll Trübsal ist größer, als die Sehnsucht, die nicht erfüllt wird und die nicht ruht?" Thomas Riedelsheimer, der für seinen Dokumentarfilm nicht nur auf dem Regiestuhl Platz nimmt, sondern auch für Kameraführung und das Drehbuch verantwortlich ist, begibt sich für seine Arbeit auf die Erforschung dieses Gefühls.

Fünf Leben, ein Traum

Um diesem ein Gesicht zu geben, hat sich der Filmemacher auf eine weltweite Spurensuche begeben und jeweils eine Person aus Japan, Deutschland, Mexiko, Portugal sowie Katar aufgesucht und mit der Kamera begleitet. So unterschiedlich die fünf Schicksale der porträtierten Menschen auf den ersten Blick auch scheinen, verbindet sie jedoch alle eins: die Sehnsucht nach etwas.

Inwiefern sich diese aber bei jedem Einzelnen unterscheidet, ist eindrucksvoll in 95 Filmminuten dargestellt. Unter anderem wird die Geschichte der 40-jährigen Muslimin Layla aus Katar geschildert, die ihr Leben in vollen Zügen genießen und sich ein Tattoo stechen lassen will.