Joan (Glenn Close) steht im Schatten ihres Mannes Joe Castleman (Jonathan Pryce).
Jonathan Pryce und Glenn Close glänzen als Ehepaar in "Die Frau des Nobelpreisträgers".

Die Frau des Nobelpreisträgers

KINOSTART: 03.01.2019 • Drama • S / USA / GB (2017) • 101 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
The Wife
Produktionsdatum
2017
Produktionsland
S / USA / GB
Einspielergebnis
5.634.567 USD
Laufzeit
101 Minuten
Regie
Music
Kamera

Filmkritik

Im Schatten
Von Sarah Schindler

Die Romanverfilmung "Die Frau des Nobelpreisträgers" überzeugt durch eine herausragende Besetzung, allen voran eine grandiose Glenn Close als Ehefrau im Schatten ihres berühmten Mannes.

Das Telefon klingelt Joe Castleman (Jonathan Pryce) frühmorgens aus dem Bett. Was er dann hört, kann er selbst kaum glauben: Er wird den Nobelpreis für Literatur erhalten. Die Freude bei ihm und seiner Frau Joan (Glenn Close) ist groß. Doch irgendetwas rumort unter der Oberfläche und schiebt sich langsam, aber stetig in den Vordergrund. Gute Dramen brauchen hervorragende Schauspieler, die die Geschichte tragen. In der Verfilmung des Romans "Die Ehefrau" der US-amerikanischen Schriftstellerin Meg Wolitzer sind genau diese vorhanden. Allein für Glenn Close lohnt sich schon der Gang ins Kino. Und nicht nur sie überzeugt in "Die Frau des Nobelpreisträgers" auf ganzer Linie.

Auf ihrem Flug zur Preisverleihung nach Stockholm wird das Ehepaar nicht nur von ihrem Sohn David (Max Irons) begleitet, sondern auch von dem Journalisten Nathaniel Bone (Christian Slater), der über Joe eine Biografie schreiben möchte. Bislang konnten die Castlemans das verhindern, doch nun kommt nach und nach eine unbequeme Wahrheit ans Licht, die Joans und vor allem Joes Leben für immer zu verändern droht.

Was als scheinbar harmlose Familiengeschichte beginnt, entwickelt sich zu einem bitterbösen Gesellschaftsdrama. Immer wieder stellt Joan sich und ihre Karriere zurück, damit Joe selbige machen kann. Dabei wird klar, dass in ihr deutlich mehr steckt als in ihm. Blicke auf die Anfänge der Beziehung des Schriftstellerpaares (besonders erwähnenswert: Glenn Close' Tochter Annie Stark mimt die junge Joan) erklären langsam, worin das düstere Geheimnis besteht. Joan ist nur nach außen hin die starke Frau hinter einem erfolgreichen Mann, denn in Wahrheit ist es genau umgekehrt. Darauf baut die komplette Geschichte auf. In Rückblenden erfährt der Zuschauer, wie Joan immer mehr in den Hintergrund rückt, während ihr Mann Erfolge einheimst.

Diese Momente sind es, die "Die Frau des Nobelpreisträgers" so brillant werden lassen. Wenn Glenn Close nur durch ihre Mimik zeigt, wie sehr es in Joan brodelt und wie sehr es sie zerreißt, ist das ganz große Schauspielkunst. Eine fast unglaubliche Leistung. Sechsmal war Glenn Close – bislang erfolglos – für den Oscar nominiert. Diesmal hätte sie ihn mehr denn je verdient.

Aber auch Jonathan Pryce' Spiel ist herausragend. Er schafft es, einen Mann darzustellen, der nicht nur bei Joan eine Mischung aus Mitleid und Abneigung erzeugt, sondern auch beim Zuschauer. Gerade diese Ambivalenz der Protagonisten lässt diesen Film unfassbar dicht werden. Mehr als einmal stellt man sich die Frage, wie man ein solches Verhältnis und Geheimnis über Jahrzehnte aushalten kann, ohne dass die Fassade bricht.

Gerade das Wissen um das Geheimnis erzeugt eine Nähe, die bisweilen kaum auszuhalten ist. Die Themen Gleichberechtigung, Patriarchat und Sexismus stehen durchgehend im Raum – ohne direkt ausgesprochen werden zu müssen. Nicht zuletzt deswegen ist gerade dieser Tage "Die Frau des Nobelpreisträgers" ein wichtiger Film, der ein aktuelles Thema in ein faszinierendes Drama zu verpacken versteht.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Darsteller
Seit Jahrzehnten etabliert und erfolgreich: Glenn Close
Glenn Close
Lesermeinung
Gefragter Schauspieler: Jonathan Pryce.
Jonathan Pryce
Lesermeinung
Smarter Typ: Max Irons.
Max Irons
Lesermeinung
Weitere Darsteller

Neu im kino

Resident Evil: Welcome to Raccoon City
Horrorfilm • 2021
prisma-Redaktion
Respect
Musikfilm • 2021
prisma-Redaktion
Encanto
Animationsfilm • 2021
prisma-Redaktion
Eiffel in Love
Drama • 2021
prisma-Redaktion
Die Addams Family 2
Animationsfilm • 2021
prisma-Redaktion
Ghostbusters: Legacy
Fantasykomödie • 2021
prisma-Redaktion
Last Night In Soho
2021
prisma-Redaktion
Die Rettung der uns bekannten Welt
Drama • 2021
prisma-Redaktion
"Elise und das vergessene Weihnachtsfest" ist perfekte Unterhaltung für alle, die noch an den Zauber von Weihnachten glauben.
Elise und das vergessene Weihnachtsfest
Kinderfilm • 2019
prisma-Redaktion
Bergman Island
Drama • 2021
prisma-Redaktion
The Many Saints of Newark
Kriminalfilm • 2021
prisma-Redaktion
Oscar-Preisträgerin Chloé Zhao ("Nomadland") erzählt im neuen Marvel-Film "Eternals" von gottgleichen Weisen, die unseren Planeten beschützen.
Eternals
Fantasy • 2021
prisma-Redaktion
Contra
Komödie • 2021
prisma-Redaktion
Ron läuft schief
Animationsfilm • 2021
prisma-Redaktion
Cry Macho
Drama • 2021
prisma-Redaktion
Venom: Let There Be Carnage
Action • 2021
prisma-Redaktion
The French Dispatch
Komödie • 2021
prisma-Redaktion
Halloween Kills
Horrorfilm • 2021
prisma-Redaktion
Résistance – Widerstand
Drama • 2020
prisma-Redaktion
Supernova
Drama • 2021
prisma-Redaktion
The Last Duel
Drama • 2021
prisma-Redaktion
Die Pfefferkörner und der Schatz der Tiefsee
Kinderfilm • 2021
Bis an die Grenze
Drama • 2020
Mit "Keine Zeit zu sterben", dem 25. Film der Reihe, verabschiedet sich Daniel Craig von seiner Rolle. Die Dreharbeiten wurden bereits im Oktober 2019 abgeschlossen. Als Folge der Pandemie verzögerte sich der Kinostart jedoch mehrfach.
Keine Zeit zu sterben
Action • 2019
prisma-Redaktion
Dear Evan Hansen
2021
prisma-Redaktion
"Dune" ist bereits die zweite Verfilmung des legendären Science-Fiction-Romans.
Dune
Science-Fiction • 2021
prisma-Redaktion
Mit Shang-Chi steht erstmals ein asiatischer Superheld im Zentrum eines Marvel-Abenteuers.
Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings
Action • 2021
prisma-Redaktion
In vier Episoden erzählt "Doch das Böse gibt es nicht" von der Todesstrafe im Iran.
Doch das Böse gibt es nicht
Drama • 2020
prisma-Redaktion
Drama trifft Thriller trifft Groteske: "Promising Young Woman" mischt verschiedene Genres zu einem grandiosen Film.
Promising Young Woman
Thriller • 2020
prisma-Redaktion
Für die Fußball-Dokumentation "Nachspiel" begleiteten die Filmemacher Christoph Hübner und Gabriele Voss ihre Protagonisten mehr als 20 Jahre lang.
Nachspiel
Dokumentarfilm • 2019
prisma-Redaktion

BELIEBTE STARS