Anfang des 18. Jahrhunderts wird der 10-jährige Carlo Broschi auf Befehl seines Bruders Riccardo kastriert, damit er als Kastrat dessen Kompositionen angemessen interpretieren kann. Als Erwachsener gelangt Carlo unter dem Namen Farinelli dank seiner ungewöhnlichen Singstimme auf der Opernbühne zu zweifelhaften Ehren. Farinelli ist der Star der Opernwelt und wird - vor allem vom weiblichen Publikum - begeistert verehrt und gefeiert. Doch der Liebe nicht fähig, stürzt sich Farinelli ganz in die Musik. Er versucht, die schwierigen Werke seines Idols Georg Friedrich Händel zu singen, obwohl ihn der berühmte Komponist verachtet. Denn Händel wollte ihn einst mit nach London nehmen, aber der Plan wurde von Riccardo vereitelt. Dies führt schließlich zu einem gnadenlosen Musikerduell auf der Bühne. 1740, auf dem Höhepunkt seines Ruhm, beschließt der 32-jährige Farinelli, in Madrid seine Stimme ausschließlich der Heilung des Königs von Spanien zu widmen.

Gérard Corbiau gelang eine farbenprächtige, freie Interpretation der historischen Ereignisse um die heutzutage weitestgehend unbekannte Welt der Kastraten des 18. Jahrhunderts. Um die ungewöhnliche Singstimme neu zu schaffen, ließen sich die Filmemacher etwas besonders einfallen. Da es heute solche Stimmen nicht mehr gibt - es existieren wenige Tondokumente vom Anfang unseres Jahrhunderts, die die letzten Kastraten eingespielt haben -, entschied man sich, aus zwei Stimmen (Kontratenor und Sopran) eine neue zu schaffen, um somit den Tonumfang eines Kastraten (bis zu dreieinhalb Oktaven) neu zu kreieren und dem musikalischen Ausdruck dieses historischen Phänomens möglichst nahe zu kommen. Die Sänger, die ihre Stimmen zur "Verschmelzung" zur Verfügung stellten waren Derek Lee Ragin und Ewa Mallas Godlewska.