Es kann der Beste nicht in Frieden leben, wenn es dem ehrgeizigen Vater nicht gefällt. Mit diesem Problem sieht sich der junge Inder Ragdan in "Halaleluja – Iren sind menschlich" konfrontiert. Die Culture-Clash-Komödie mit dem zungenbrechenden Titel entpuppt sich als eine besondere ihrer Art. Und neue talentierte Schauspieler gibt es ebenfalls zu entdecken. Einer davon ist Hauptdarsteller Nikesh Patel als Ragdan Aziz, dem Inder in Irland. Der blendend aufspielende Patel hat bereits in der TV-Produktion "Indischer Sommer" mitgewirkt. Neben zahlreichen Theaterauftritten war er darüber hinaus im Blockbuster "London Has Fallen" (2016) dabei. In "Halaleluja" schultert er zum ersten Mal eine Hauptrolle im Kino.

Das Gute in Ragdan Aziz' beschaulichem Leben sind seine Surfkumpel und Freundin Maeve (Sarah Bolger), das Ärgerliche deren Ex-Freund Jasper (David Kross in einer überraschend kleinen Nebenrolle) und Ragdans traditionsbewusster Vater Amir (Art Malik). Der steht natürlich zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt eines äußerst seltenen Partyrausches vor Ragdan. Wieder nüchtern gilt es, sowohl mit dem Vater als auch mit der Freundin klärende Gespräche zu führen.

Jenseits der Heiratspläne seines Vaters lebt Ragdan bei seinem Onkel sehr glücklich im irischen Küstenort Sligo. Im Original heißt der Film "Halal Daddy", weil der Papa dem Sohn eben eine Schlachterei schenkt, die er zum Halal-Betrieb wandeln soll. Die Unfähigkeit, "Nein" zu sagen, birgt jede Menge Komödienmaterial. Mit der Elite der ortsansässigen Arbeitslosen, die – angeführt vom ernsthaften Colm Meaney als Martin Logan – angeheuert wird, genießt das Publikum eine Weile prächtig sinnfreien Spaß.

Aber Regisseur Conor McDermottroe will mehr. Er öffnet hier sein persönliches Schatzkästchen, denn der Mann stammt tatsächlich selbst aus dem Ort Sligo. Allzu viel zeigt er nicht von seiner Heimat, und ins Schwärmen gerät er bei dem Küstenstädtchen schon gar nicht. Doch die ganze Dorfgemeinschaft stand helfend an seiner Seite, um seine skurrile Idee zu verwirklichen.

Der Regisseur hatte ein Gespräch bei einem Pubbesuch aufgeschnappt. Damals feierten die Leute, dass sie jetzt "halal" machen, auch wenn sie keine Ahnung hatten, wovon sie sprachen. Als Filmemacher macht man sich einen Reim darauf und inszeniert – dankenswerterweise – unter Verzicht auf gemeine Ausblutszenen eine ungezwungen wirkende Komödie. Deren großes Plus: Sie ist lustig ohne sich lustig zu machen. Die ganze Integrationsdebatte bekommt hier eine Leichtigkeit, die dem gut austarierten Drehbuch zu verdanken ist. Charakterdarsteller Colm Meaney ("Star Trek") ist dem sich steigernden Patel eine gute Stütze und manchmal lachen sie selbst über das, was sie sagen.

"Halaleluja – Iren sind menschlich" ist eine warmherzige Dorfgeschichte, bei der es Regisseur Conor McDermottroe nicht versäumt, gegen Ende mehr zu produzieren als heiße Luft. Eine gelungene Mischung!

Quelle: teleschau – der Mediendienst