Weil sich Renee (Amy Schumer) unwiderstehlich fühlt, lässt sie es richtig krachen. Auch bei einem Bikini-Wettbewerb.
Nieder mit dem Diktat der Äußerlichkeiten: "I Feel Pretty" versucht sich als Komödie für die moderne Frau.

I Feel Pretty

KINOSTART: 10.05.2018 • Komödie • USA (2018) • 110 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
I Feel Pretty
Produktionsdatum
2018
Produktionsland
USA
Budget
32.000.000 USD
Einspielergebnis
23.788.667 USD
Laufzeit
110 Minuten

Filmkritik

Eingebildet attraktiv
Von Andreas Fischer

In einem hat die US-Komödie "I Feel Pretty" Recht: Das Bild ist alles, was heutzutage zählt. Du bist, was andere von dir sehen. Und wenn das nicht dem normierten Schönheitsideal entspricht, dann ist schnell Schluss mit "I like". Das ist natürlich nicht in Ordnung, und es wurde auch Zeit, dass sich Hollywood mit dem Thema "Bodyshaming" auseinandersetzt. Schließlich ist die Traumfabrik nicht unschuldig am Diktat der Oberflächlichkeit, unter dem viele Frauen leiden. Was aber das Regie- und Drehbuchduo Abby Kohn und Marc Silverstein und die Komikerin Amy Schumer veranstalten, lädt vor allem zum Fremdschämen ein. Um die Lehre des Films auf den Punkt zu bringen: Frauen brauchen einen Schlag auf den Kopf, um sich im eigenen Körper wohlzufühlen.

Hauptdarstellerin Amy Schumer ist unbestritten eine ziemliche Granate: Die Gags der Komikerin sind unverfroren und kompromisslos, sie zielen auf Verwerfungen in der Gesellschaft und auf eigene Befindlichkeiten. Damit ist Schumer eigentlich die Idealbesetzung für die New Yorkerin Renee Bennett: Die junge Frau bemitleidet ihr Mauerblümchen-Dasein in einem Kellerbüro. Dort verwaltet die IT-Expertin den Online-Shop für eine Hochglanz-Kosmetikfirma.

Renee hat also von Berufs wegen mit Schönheit und deren Verkauf zu tun. Privat hat sie beim Blick in den Spiegel allerdings keine Freude. Sie findet sich zu dick, zu altmodisch, zu wenig glamourös. Vom Schönheitsideal, das ihr Arbeitgeber verkauft, ist sie meilenweit entfernt. Aber dann passiert's: Bei einem Fitnesstraining bekommt Renee einen Schlag auf den Kopf. Plötzlich fühlt sie sich unwiderstehlich.

Ihre Umwelt sieht zwar die alte Renee, sie selbst aber gewinnt mit der neuen Selbstwahrnehmung auch neues Selbstbewusstsein. Im Kosmetikkonzern wird sie zur rechten Hand der Chefin (Michelle Williams) und geht auf Model-Partys. Das Leben der Reichen und Schönen: Etwas Besseres konnte ihr nicht passieren. Privat angelt sie sich außerdem einen netten Typen (Rory Scovel).

"Ausstrahlung ist alles, liebe Frauen" oder "Wenn ihr euch akzeptiert, wie ihr seid, dann steht euch die Welt offen" – irgendwie wäre das Drehbuch in der "Jolie" besser aufgehoben gewesen, als im Kino. "I Feel Pretty" ist ziemlicher Motivationskitsch, ein Ratgeber mit Denkfehler: Renee fühlt sich nur wohl, weil sie nach ihrem Unfall glaubt, sie würde dem Schönheitsideal entsprechen.

Ihre besten Freundinnen sehen äußerlich immer noch die alte Renee – was sie selbst nicht mitbekommt. Auch nicht, dass es eigentlich jedem Menschen in New York egal ist, wie sie aussieht. Ein Problem mit ihrem (Selbst-)Bild hat Renee ganz allein. Sie ist es, die am meisten auf Äußerlichkeiten fixiert ist.

Dass sich die eingebildet Attraktive irgendwann der Wahrheit stellen muss, liegt in der Natur der heuchlerischen Hollywood-Logik. Schließlich ist "I Feel Pretty" die Comedy-Version – mit modernen Fäkalwitzen und Peinlichkeiten – des Märchens vom hässlichen Entlein. Nur leider wird der schöne Schwan dabei der Lächerlichkeit preisgegeben.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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