Jason Statham ist ein ehemaliger Taucher, der seinen Job allerdings an den Nagel gehängt hatte.
Ein weiterer Hai-Thriller: "Meg" ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Steve Alten.

Meg

KINOSTART: 09.08.2018 • Action • USA (2018) • 114 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
The Meg
Produktionsdatum
2018
Produktionsland
USA
Budget
150.000.000 USD
Einspielergebnis
315.960.074 USD
Laufzeit
114 Minuten

Filmkritik

Wo bleibt der Biss?
Von Christopher Diekhaus

Der aufwändig produzierte und angeblich 150-Millionen-Euro teure Schocker "Meg" ist ein schick anzuschauender, aber zahnloser Hai-Thriller nach einem Bestseller aus der Feder von Steve Alten.

Angeblich 150 Millionen Dollar durfte Filmemacher Jon Turteltaub ("Last Vegas") in die Hand nehmen, um aus Steve Altens Bestseller "Meg" einen Sommerblockbuster zu fertigen und das beliebte Genre des Hai-Thrillers zu bereichern. Stutzig werden konnte man im Vorfeld allerdings allein schon deshalb, weil die Romanadaption lange Zeit in der gefürchteten Entwicklungshölle Hollywoods feststeckte und diverse Regisseure dem Projekt den Rücken kehrten. Für Unmut unter Fans rauer Meeres-Action sorgte erst vor kurzem die Nachricht, dass der aufwendig produzierte Raubfischschocker in den USA eine eher milde Altersfreigabe erhalten hatte. Blutige Details darf man also nicht erwarten. Eine sicherlich bewusste Entscheidung der Verantwortlichen, die immerhin darauf bedacht sein müssen, die immensen Kosten wieder reinzuholen.

Im Mittelpunkt der Buchverfilmung steht der kompetente, inzwischen jedoch versoffene Tauchexperte Jonas Taylor (Jason Statham), der seinen Job als Tiefseeretter nach einem tragisch verlaufenen Einsatz vor fünf Jahren an den Nagel gehängt hat. Der Meereswissenschaftler Dr. Zhang (Winston Chao) wendet sich an den Spezialisten und bittet Taylor um sofortige Unterstützung. Ein Expeditionsteam der hochmodernen, im Pazifik gelegenen Forschungsstation Mana One konnte in eine bislang unbekannte Ozeanschicht vordringen, sitzt in Folge eines heftigen Zusammenstoßes mit einem riesigen Tier aber in der Tiefe fest. Als der Profitaucher hört, dass sich seine Ex-Frau Lori (Jessica McNamee) unter den Eingeschlossenen befindet, gibt er seine ablehnende Haltung auf.

Bei seiner Ankunft auf Mana One hat sich Zhangs ehrgeizige Tochter Suyin (Li Bingbing) bereits auf den Weg gemacht, um die Crew aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Zu allem Überfluss wird den Beteiligten schnell klar, dass sie es mit einem aggressiven Megalodon, einem gigantischen Urzeithai, zu tun haben, dem Taylor bei seinem letzten Tauchgang bereits begegnet ist – was ihm bislang kaum jemand glauben wollte.

Dass "Meg" keine Sternstunde der Erzählkunst werden würde, war abzusehen. Und doch ist es ernüchternd, wie halbherzig und schlampig die Drehbuchautoren teilweise zu Werke gehen. Jonas' Ex ist eine reine Funktionsfigur, die lediglich dazu dient, den anfänglichen Widerstand des Helden zu brechen. Taylors Trauma, das auf einer folgenschweren Entscheidung des Rettungstauchers fußt, könnte ein reizvolles Charaktermerkmal sein, wird aber leider allzu schnell über Bord geworfen. Obwohl der Film einige Frauen in prominenten Positionen zeigt, kommen sie über den Status von Stichwortgeberinnen nicht hinaus. Selbst Suyin darf höchstens alibimäßig zur Tat schreiten, während Alleskönner Jonas immer wieder das Heft des Handelns in die Hand nimmt. Verglichen mit Jaume Collet-Serras knackigem Raubfischthriller "The Shallows – Gefahr aus der Tiefe", in dem Blake Lively als taffe Überlebenskämpferin agierte, wirkt Turteltaubs Film in puncto Geschlechterrollen reichlich überholt.

Deutlich wird beim Blick auf den effektiven, moderat budgetierten Reißer von 2016 außerdem, dass die 150-Millionen-Dollar-Produktion "Meg" es nicht versteht, konstant Spannung zu erzeugen. Wo Collet-Serra mit seinem kammerspielartigen Bedrohungsszenario eine beachtliche Intensität kreierte, fehlt es dem Jason-Statham-Vehikel trotz mancher Gänsehautanflüge und handwerklich solide umgesetzter Actionsequenzen an echtem Biss.

Die Meeresimpressionen, die Gestaltung der Hightech-Forschungsstation und der am Computer entstandene Urzeithai können sich durchaus sehen lassen. Lächerliche Gefühlsmomente, das manchmal vollkommen sinnfreie Verhalten der angeblichen Tiefseeexperten und die vor allem in der zweiten Hälfte auftretenden Längen lassen sich auf diese Weise jedoch nicht verschleiern. Um den Unterhaltungsfaktor etwas anzukurbeln, hätte es womöglich schon geholfen, den Trash-Appeal der kruden Bestselleradaption noch stärker zu forcieren. Was dem Zuschauer hier vorgesetzt wird, ist schick anzuschauende, aber komplett zahnlose Multiplex-Kost – ein enttäuschender Befund für ein "creature feature", das gerne auf den Spuren von "Der weiße Hai" wandeln würde.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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