Ellie (Rose Byrne) und Pete (Mark Wahlberg) sind ein glückliches Paar - doch etwas fehlt: Kinder.
Auf einmal zu fünft: In "Plötzlich Familie" werden Mark Wahlberg und Rose Byrne Adoptiveltern.

Plötzlich Familie

KINOSTART: 31.01.2019 • Komödie • USA (2018) • 118 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Instant Family
Produktionsdatum
2018
Produktionsland
USA
Budget
48.000.000 USD
Einspielergebnis
14.700.000 USD
Laufzeit
118 Minuten
Regie

Filmkritik

Drei auf einen Streich
Von Peter Osteried

Mark Wahlberg und Rose Byrne wollen Eltern werden – und müssen sich schließlich um drei Kinder auf einmal kümmern. Erzählt wird das in "Plötzlich Eltern" auf überraschend amüsante und leichtfüßige Art.

Mit seinen beiden "Daddy's Home"-Komödien hat Regisseur Sean Anders zuletzt große Erfolge an den Kinokassen gefeiert – mit bisweilen ziemlich albernem Humor. In seinem neusten Film "Plötzlich Familie" wird der Kalifornier deutlich persönlicher und setzt dabei etwas mehr auf Sentimentalität, wartet aber dennoch mit reichlich Gags auf. Inspiriert zu der Geschichte wurde Anders von seinem eigenen Leben. Seine Frau und er adoptierten gleich mehrere Kinder.

Dasselbe erlebt das von Mark Wahlberg und Rose Byrne gespielte Paar Pete und Ellie Wagner. Die Eheleute haben das Gefühl, dass ihnen etwas fehlt. Ein Adoptivkind soll ihrem Mittelklasseleben neuen Sinn geben. Zunächst zögern sie, als man ihnen vorschlägt, die 15-jährige Lizzy (Isabela Moner) in ihre Obhut zu nehmen – zumal es das Mädchen nur im Dreierpack gibt, zusammen mit ihren jüngeren Geschwistern Juan (Gustavo Quiroz) und Lita (Julianna Gamiz). Die Mutter der drei Kinder, so erfahren die Wagners, sitzt wegen ihrer Drogensucht im Gefängnis.

Pete und Ellie lassen sich dennoch auf die Herausforderung ein und nehmen die drei Kids bei sich auf. Zunächst scheint alles gutzugehen – die pubertierende Lizzie aber rebelliert schon bald, weil sie immer noch davon träumt, mit ihren Geschwistern zu ihrer Mutter zurückkehren zu können. Die frischgebackenen Eltern sind dennoch gewillt, für das gemeinsame Familienglück alles zu geben.

Stiller Humor statt Slapstick

Wer Regisseur Sean Anders nur von seinen "Daddy?s Home"-Filmen kennt, den erwartet bei "Plötzlich Familie" eine Überraschung. Denn anstelle von Slapstick und reichlich überbordenden Gags gibt es hier eher stillen, aber nicht weniger wirkungsvollen Humor. Ein paar schräge Ausreißer sind vorhanden. In erster Linie versteht sich "Plötzlich Familie" aber als unschuldige, mit leichtem Tiefgang versehene Komödie. Zwar droht der Film immer wieder, im Kitsch zu versinken. Anders gelingt es aber, diese Gefahr stets aufs Neue zu umschiffen.

Er kann sich nämlich auf ein exzellentes Ensemble verlassen. Die Chemie zwischen Wahlberg und Byrne stimmt; die beiden haben einige hervorragende Szenen. Etwa jene, als sich die Neu-Eltern schließlich fragen, ob sie mit der Adoption der drei Kinder nicht einen gewaltigen Fehler gemacht haben.

Am besten ist aber Isabela Moner, die erstmals mit "Sicario 2" auffiel und hier die aufmüpfige, aber auch sehr selbstständige Lizzy spielt. Ihr gelingt die vielseitige Darstellung eines Mädchens, das nach außen hin hart erscheinen will, aber innerlich doch sehr verwundbar ist. Im Zusammenspiel mit den neuen Eltern ergeben sich so ein paar herzliche, schöne Momente. Wunderbar sind Octavia Spencer und Tig Notaro, die die Pflegeelternvermittler spielen und nur wenige Szenen haben, aber für einige der besten und lustigsten Momente in "Plötzlich Familie" zuständig sind.

Natürlich ist nichts an "Plötzlich Familie" wirklich neu, aber die Umsetzung ist warmherzig und ausgesprochen schön inszeniert. Regisseur Anders ist ein Film für die ganze Familie gelungen, der es schafft, eine ernsthafte Thematik auf amüsante und leichtfüßige Art zu erzählen – ein Film, der das Herz erwärmt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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