Ist dies hier der letzte Krieg, in den John Rambo (Sylvester Stallone) ziehen wird?
Elf Jahre nach dem letzten Film führt Sylvester Stallone seine Figur John Rambo in ihr neues Abenteuer.

Rambo: Last Blood

KINOSTART: 19.09.2019 • Action • USA (2019) • 101 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Rambo V: Last Blood
Produktionsdatum
2019
Produktionsland
USA
Budget
50.000.000 USD
Einspielergebnis
91.490.353 USD
Laufzeit
101 Minuten

Filmkritik

Rambo: Das Ende?
Von Peter Osteried

Elf Jahre nach dem letzten Film führt Sylvester Stallone seine Figur John Rambo in ihr letztes (?) Abenteuer. Was ein krönender Abschluss hätte werden können, mutet wie ein Abklatsch von Liam Neesons "96 Hours – Taken" an.

Am Ende von "John Rambo" kehrt die Titelfigur nach Jahrzehnten im Exil nach Hause zurück. Man sieht ihn den langen Weg zur alten Farm seines Vaters entlanggehen. Es wäre ein würdiger Abschluss für die Figur gewesen, weil sich der Kreis mit der ziellosen Wanderung am Anfang von "Rambo" im Jahr 1982 geschlossen hätte. Aber Sylvester Stallone juckte es noch einmal in den Fingern. Einerseits vielleicht, weil er ihr einen schönen Abschluss bereiten will, andererseits sicherlich auch, weil der 73-Jährige mit der Rückbesinnung auf seine Wurzeln am besten fährt, wie schon der Erfolg der "Creed"-Filme mit seiner Boxer-Figur Rocky Balboa gezeigt hat.

Und doch hätte man sich gewünscht, Stallone hätte diesem Impuls widerstehen können. Oder aber eine Geschichte finden können, die es wert ist, erzählt zu werden und nicht wie ein Aufguss von "96 Hours" anmutet, in dem Liam Neeson loszieht, um seine Tochter aus den Fängen von Menschenhändlern zu befreien.

John Rambo lebt seit gut einem Jahrzehnt auf der Farm seiner Eltern. Seine Haushälterin Maria (Maria Beltran) ist so etwas wie Familie, deren Enkelin Gabrielle (Yvette Monreal) fast schon wie eine Tochter für ihn. Er hat seinen Frieden gefunden – zumindest in wenigen, ruhigen Momenten. In anderen lässt ihn die Vergangenheit, lässt ihn Vietnam nicht los. Rambo hat sich von der Welt zurückgezogen und sein Grundstück mit einem elaborierten Tunnelsystem versehen.

Gabrielle möchte nach Mexiko, um dort mit ihrem Vater zu sprechen, der die Familie vor vielen Jahren verließ. Sie will Antworten und nicht länger darauf warten, auch wenn Maria und Rambo sie beschwören, nicht dorthin zu gehen, weil das, was sie finden wird, sie nicht glücklicher machen wird. Aber Gabrielle tut es trotzdem und verschwindet – entführt von skrupellosen Mädchenhändlern. Als Rambo erfährt, dass sie verschwunden ist, bricht er nach Mexiko auf. Er weiß um das Böse in der Welt und er wird alles dafür tun, damit Gabrielle ihm nicht zum Opfer fällt. Es ist vielleicht der letzte Krieg, in den John Rambo zieht.

John Rambo entfesselt, was er jahrelang unter Verschluss gehalten hat. Gabrielle meint einmal zu ihm, er hätte sich doch geändert. Aber Rambo verneint. Er hat sich nicht verändert, sondern nur Tag für Tag unter Verschluss gehalten, was in ihm rumort.

Abgesehen vom ersten Teil sind diese Filme eher simpel gestrickt und auf ein Höchstmaß an Action ausgelegt. Action gibt es in "Rambo: Last Blood" auch, der Film versucht jedoch, eine Form von Mehrwert zu erschaffen, indem er Rambos Trauma ein wenig in den Fokus rückt. Das ist eigentlich der richtige Ansatz. Man hätte die Figur, aber auch die Reihe zum Anfang zurückführen können, so wie es Stallone mit "Rocky Balboa" tat, der dem ersten Teil "Rocky" am nächsten kommt. Hier erscheint das jedoch nur wie ein Lippenbekenntnis – eher behauptet, als glaubwürdig, da John Rambos innerer Krieg allenfalls gestreift, nicht aber zum essenziellen Bestandteil der Geschichte gemacht wird. Die bewegt sich mit flotten Schritten auf ein Terrain, das zum "Rambo"-Thema wenig passt und in einer Zeit, in der der amerikanische Präsident davon schwadroniert, dass aus Mexiko nur Drogenhändler, Verbrecher und Vergewaltiger kommen, fehl am Platz erscheint.

Mexiko wird düster-dreckig gezeichnet, so wie es Regisseur Adam Grünberg auch schon bei seinem Mel-Gibson-Film "Get the Gringo" getan hat. Das Finale bietet dann Action in bester Rambo-Manier, mit ausgeklügelten, aber überzeugenden Fallen, die innerhalb des Tunnelsystems natürlich besonders gut funktionieren. Und dennoch hat man das Gefühl, dass Sylvester Stallones beste Zeit schon ein paar Jahre vorbei ist. Denn man achtet schon penibel genau darauf, dem 73-Jährigen körperlich nicht zu viel abzuverlangen.

Am Ende gibt es eine Montage aller bisherigen "Rambo"-Filme, die Untermalung mit dem mit dieser Figur verbundenen Song "It's a Long Road" vermisst man jedoch schmerzlich. Hatte man darauf gehofft, mit "Rambo: Last Blood" einen Film zu bekommen, der von seiner Wirkungsweise dem Wolverine-Abgesang "Logan" gleichkommt, so steht am Ende die Ernüchterung, dass John Rambos Geschichte im Jahr 2008 hätte enden sollen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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