Ivo (Frederick Lau) versucht sich nach einem Gefängnisaufenthalt, über Wasser zu halten.
"Spielmacher" ist der erste Spielfilm von Regisseur Timon Modersohn.

Spielmacher

KINOSTART: 12.04.2018 • Thriller • D (2018) • 95 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Spielmacher
Produktionsdatum
2018
Produktionsland
D
Laufzeit
95 Minuten

Filmkritik

Dreckige Welt des Profisports
Von Sarah Schindler

2005 war ein dunkles Jahr für den deutschen Fußball: Der Wettskandal und die damit verbundenen Manipulationen von Fußballspielen sind in die Sportgeschichte eingegangen. Spiele aus Regional- und zweiter Bundesliga sowie DFB-Pokalspiele wurden manipuliert, sodass zuvor abgeschlossene Wetten sicher gewannen. "Spielmacher" greift nun in seiner fiktiven Geschichte rund um den kleinkriminellen Profispieler Ivo (Frederick Lau) das Thema der Wettmanipulation auf und zeigt schonungslos, welche Ausmaße das organisierte Verbrechen in der Welt des Fußballs haben kann.

Ivo (Frederick Lau) war ein Fußballtalent mit viel Potenzial. Als Spieler in der Regionalliga stand ihm eine Karriere als Profi in den höheren Ligen bevor. Doch das ändert sich, als er wegen eines Delikts im Gefängnis landet. Aus dem Knast entlassen, kehrt er zurück zu seinem alten Verein – allerdings nicht mehr als Spieler. Nachdem er über eine zwielichtige Wette an Dejan (Oliver Masucci) gerät, rutscht er schnell wieder auf die schiefe Bahn ab. Ivo wird hineingezogen in die Welt der manipulierten Fußballwetten und begegnet einem Milieu, das nicht nur für ihn gefährlich wird. Denn auch Nachwuchsspieler Lukas (Mateo Wansing Lorrio), der Ivo so sehr an sich selbst erinnert, ist den illegalen Machenschaften von Dejan ausgesetzt.

"Spielmacher" braucht ziemlich viel Zeit, bis er es schafft, den Kinogänger in seinen Bann zu ziehen. Lernt man zunächst Ivo kennen und verfolgt Lukas und seine beginnende Karriere, so nimmt die Geschichte erst an Fahrt auf, als Ivo auf Dejan trifft. Dann aber wird der Zuschauer mitten in die düstere Welt der organisierten Wettkriminalität hineingezogen.

Durchgehend großartig sind die beiden Hauptdarsteller Oliver Masucci und Frederick Lau. Nicht nur diese ständige Spannung zwischen Ivo und Dejan sorgt dafür, dass "Spielmacher" im Gedächtnis bleibt, sondern, neben der Storygrundlage der Wettmanipulation, vor allem der charismatische Frederick Lau. Seine körperliche Präsenz, gepaart mit seiner hohen Emotionalität, sind faszinierend. Sein Ivo weiß oft nicht, wohin mit sich und seinen Gefühlen. Man spürt diesen Zwiespalt und hofft inständig, dass für den Ex-Profifußballer alles gut werden wird. Obwohl man weiß, dass auch er kein Unschuldslamm ist. Lau schafft es aber, die Sympathie für seine Figur überwiegen zu lassen und dank Masuccis Umsetzung des unglaublich charmanten Dejans kann man eventuell sogar Verständnis dafür aufbringen, wie junge Menschen in diesen kriminellen Sog geraten.

Leider gelingt es Regisseur Timon Modersohn nicht, das Spannungsniveau bis zum Ende zu halten. Das letzte Drittel von "Spielmacher" bewegt sich zu sehr auf ein vorhersehbares Ende und vor allem auf eine zu platte Darstellung von Klischees der kriminellen Unterwelt zu. Das ist schade, denn der Mut vom Anfang, die Korruption ungeschönt zu zeigen, verpufft so.

"Spielmacher" schafft es allerdings, dem Zuschauer vor Augen zu führen, was eigentlich alle bereits wissen: Profisport ist in den seltensten Fällen sauber. Organisiertes Verbrechen macht auch hier keinen Halt und Korruption durch illegale und vor allem manipulierte Wetten ist an der Tagesordnung. Diese Problematik wurde verpackt in einen spannenden Thriller, der zwar am Ende etwas abflacht, trotzdem aber sehr sehenswert ist. Und das nicht nur für Fußballkenner.

Quelle: teleschau – der Mediendienst

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