Vier starke Frauenrollen, drei verdächtige Männer, zwei falsche Selbstbezichtigungen und ein wie immer erfreulicher Martin Wuttke, dem manche Wendung dieses Falles die Blässe der Entgeisterung ins Gesicht treibt. Dieser Tatort aus Leipzig, der aus unerfindlichen Gründen "Frühstück für immer" heißt, kann sich sehen lassen. Es geht um Frauen am Rande ihres Verfallsdatums. Man sollte das so nicht schreiben, ich weiß, aber der Film stimmt dies Thema immer wieder an, wie ein hysterisches Klagelied.

Eine dieser Frauen ist auf der Jagd nach Sex und verwehter ­Jugend einem Mörder in die Hände gefallen. Ihre Tochter (Helen Woigk) sowie ihre Freundinnen (Inga Busch und, großartig, Ursina Lardi) trauern und misstrauen sich und erfahren eine Menge Dinge, die sie nie erfahren wollten. Victoria Trauttmannsdorff dagegen, als Frau eines beim weiblichen Geschlecht beliebten Schönheitschirurgen (Filip Peeters), weiß eigentlich schon genug, aber damit fertig zu werden, gelingt ihr nicht. Die Regie (Claudia Garde) trägt mit sachdienlichen Hinweisen mitunter ein wenig dick auf, aber bitte, das ist ein Tatort und kein Fassbinder. Detlef Hartlap

Foto: MDR/Saxonia Media/Junghans