In einer hässlichen Betonstadt am Rande von Paris vertreiben sich der Franzose Pat und der Algerier Madjid mit Gaunereien ihre Zeit. Die beiden arbeitslosen Jugendlichen streifen als Taschendiebe oder Dealer umher und berauben Männer, vor denen sie sich als Strichjungen ausgeben. Orientierungslosigkeit und Verwahrlosung prägen auch ihr soziales Umfeld. Madjids Mutter muss eine vielköpfige Familie alleine durchbringen, seit der Vater nach einem Autounfall zum Pflegefall wurde. Ihre Verzweiflung bringt sie in täglichen Gebeten gen Mekka zum Ausdruck, stößt dabei aber auf Unverständnis bei ihrem Sohn. Madjid kann mit den Traditionen seiner Heimat nichts mehr anfangen, findet aber auch in Frankreich keine rechte Heimat. Sein Schwarm Chantal, Pats Schwester, verdingt sich als Prostituierte. In dieser Umgebung scheint nur die Freundschaft der beiden Jungen intakt zu sein...

Voller bitterem Humor verfilmte Roman-Autor Mehdi Charef ("Lernen zu leben") sein eigenes Buch und schuf damit eine gelungene Mischung aus Asphalt-Western und Milieustudie ohne Sentimentalitäten. Die episodenhaft erzählte Geschichte, die mit dem französischen César ausgezeichnet wurde, führt mit großer Authentizität das Leben von Randgruppen der französischen Gesellschaft vor. Bei allem Realismus gelingt dem Film eine bemerkenswerte Gratwanderung. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern unterhaltsam und mit einem Augenzwinkern inszenierte Regisseur Mehdi Charef die kleinen Alltagsfluchten der beiden Protagonisten. Charef weiß, wovon er spricht: Ende er Sechzigerjahre kam er als Kind mit seiner algerischen Familie nach Paris, geriet ins kriminelle Milieu und saß im Gefängnis, bevor er jahrelang in einer Werkzeugfabrik arbeitete.