Der Kopenhagener Städteplaner und Architekt Jan Gehl, emeritierter Professor für "Urban Design" an der Hochschule für Architektur in Kopenhagen, widmete seine langjährige Arbeit der Verbesserung der städtischen Lebensqualität für Fußgänger und Radfahrer. So beschreibt er etwa in seinem 2004 erschienenen Buch "Public Spaces and Public Life" die Veränderungen der Kopenhagener Innenstadt, die - einst autogerecht gestaltet - heute ein besonders fußgänger- und radfahrerfreundliche Stadt ist. Kehl hat maßgeblich dazu beigetragen, geht die längste Fußgängerzone Europas doch auf seine Planungen zurück. Gehls Kenntnisse und Ideen haben Architekten und Städteplaner weltweit inspiriert, man denke etwa an die Wiederbelebung der Innenstadt von Melbourne, die Fußgängerbereiche mit Sitzgelegenheiten auf dem Times Square in New York oder den Wiederaufbau der Innenstadt von Christchurch, Neuseeland, nach dem großen Erdbeben von 2011.

Der Dokumentarfilmer Andreas Dalsgaard hat sich in fünf Kapiteln auf die Spuren von Gehl begeben und zeigt eindrucksvoll die vielfältigen Möglichkeiten von Städtebauer und Architekten, unsere immer grö0er werdenden Städte nachhaltig für den Menschen zu gestalten. Dafür reiste er nach New York, Kopenhagen und Christchurch, aber auch ins chinesische Chonquing sowie nach Dhaka, Hauptstadt von Bangladesch. Dalsgaard schwelgt über weite Strecken in prächtigen Panoramabildern, die sicherlich jedermann gefallen. Doch gerade angesichts der explosionsartig wachsenden Mega-Citys in der sogenannten Dritten Welt fragt sich der Zuschauer schon bald, wer diesen sicherlich positiven Fortschritt finanzieren soll. Denn wenn das Einkommen eines Arbeiters in Dhaka noch nicht einmal zum Lebensunterhalt reicht, ist es fraglich, ob er sich auf einem nach europäischen Wertvorstellungen gestaltenden Platz wohl fühlt.

Foto: NFP/Adam Morris Philp