Vietnam ist im Umbruch. Seit in Hanoi die Pragmatiker an der Macht sind und unter dem Schlagwort "Doi Moi", d.h. Erneuerung, eine kapitalistische Marktwirtschaft unter sozialistischen Vorzeichen einführen wollen, spielen sich in vielen Bereichen der vietnamesischen Gesellschaft dramatische Veränderungen ab. Obwohl die kommunistische Regierung nur noch wenig Rückhalt bei der Bevölkerung hat, verfügt sie über genügend Machtinstrumente, um diesen Reformprozess zu steuern.

Der Film begnügt sich nicht mit den offiziellen Verlautbarungen der Hanoier Ministerien über diese Umgestaltung. Vielmehr sucht er die Menschen vor Ort auf: Er zeigt die Kohleschlepper von Cam Pha hoch oben im Norden des Landes bei ihrer mörderischen Arbeit, er schildert den Überlebenskampf der zentralvietnamesischen Bauern nach der Entkollektivierung der Landwirtschaft und besucht die Köhler des "charcoal djungle" im Süden des Mekong-Deltas. Er berichtet vom gefährlichen Job der Truckfahrer auf dem Highway No. 1 und fragt die Schüler des berühmten Quoc Hoc- Gymnasiums in Hue nach ihren Zukunftsplänen. Er beobachtet in den Bergen an der laotischen Grenze junge Vietnamesinnen beim Karaoke und erzählt vom neuen Hanoi, das kein Mekka für Asketen mehr ist.