Als hätte Literaturstudent Romain, Mitte zwanzig, nicht schon genug Probleme, da verpasst er fast die Beerdigung seines Großvaters. Während die drei Söhne, darunter Romains Vater Michel - selbst gerade erst unruhiger Rentner -, nun rätseln, was mit ihrer Mutter Madeleine geschehen soll, ist die nicht leichte Entscheidung, sie in ein Altenheim einzuweisen, bald gefallen.

Madeleine fügt sich zwar schweren Herzens, fühlt sich aber bald, trotz der Besuche ihres geliebten Enkels Romain, schnell derart unwohl, dass sie die Flucht ergreift. Nun begeben sich die Söhne und der Enkel auf die Suche.

Schließlich bekommt Romain eine mysteriöse Postkarte und dem Jungen fällt ein, dass die Oma eventuell den Ort ihrer Kindheit, die Küstenstadt Etretat, aufsuchen könnte. Hier findet Romain nicht nur die Vermisste, sondern auch die Liebe seines Lebens ...

Sympathische Charaktere

In der typisch französischen Melange aus Witz und Melancholie erzählt Schauspieler Jean-Paul Rouve ("Who Killed Marilyn?") diesmal als Regisseur eine Alltagsgeschichte nach einem Roman des französischen Schriftstellers und Drehbuchautors David Foenkinos ("Nathalie küsst"), die dank der sympathischen Charaktere durchaus unterhält und zum Nachdenken über eigene Familiensituationen anregt.

Filmisch ohne jegliche Höhen werden hier gleich mehrere Generationskonflikte glaubhaft miteinander verknüpft und nachvollziehbar vorgetragen. Allerdings ist es erstaunlich, wie wenig fotogen man einen Ort wie das pittoreske Etretat an Frankreichs wunderbarer Nordküste auch ablichten kann.