Rob Lowe

Rob Lowe hatte nach Skandalen einen Karriereknick - sieht aber immer noch verdammt gut aus. Vergrößern
Rob Lowe hatte nach Skandalen einen Karriereknick - sieht aber immer noch verdammt gut aus.
Fotoquelle: Everett Collection/shutterstock.com
Robert Hepler Lowe
Geboren: 17.03.1964 in Charlottesville, Virginia, USA
Sternzeichen: Fische

Schöne, ebenmäßige Gesichtszüge wie von Hand gemeißelt, strahlend blaue Augen, ein Körper wie ein junger Gott: man nennt ihn die 'männliche Sexbombe'. Schon im Alter von neun Jahren beginnt das Wunderkind Rob Lowe seine Schauspielkarriere: Er spielt kleine Rollen im Fernsehen, später hört man ihn im Radio. Dann bekommt er eine Menge Filmangebote. Doch er weist sie zurück, wartet auf die große Rolle. Dafür sieht man ihn im Fernsehen: in den Serien "Schoolboy Father" und "Matter of Time", sowie in der Sitcom "New Kind of Family" (1979) als Tony Flanagan, der mit seiner Mutter (Eileen Brennan) und den beiden Geschwistern von New York nach Los Angeles zieht. Obwohl die Serie floppt, wird man auf sein Gesicht aufmerksam.

Sein Aussehen führt dazu, daß er auch in den 80er Jahren häufig auf dem Bildschirm zu sehen ist, wie in dem seit 1986 gesendeten Nachrichtenmagazin "A Current Affaire", einer schmuddligen Sensations-Show, sowie in Bob Costas' Talkshow. Die erste Kinorolle zeigt ihn dann doch nicht als Star: Er ist einer der vielen Jugendlichen in Francis Ford Coppolas "Die Outsider" (1982). Sein Durchbruch gelingt ihm an der Seite von Gena Rowlands in der Rolle des kranken Jungen, dem eine Herztransplantation bevorsteht. Für diese Rolle in "Thusday Child" (1983) von David Lowell Rich erhält er einen Golden Globe.

Kurz danach besetzt ihn Lewis John Carlino in der Schul-Schnulze "Class" (1982) als Sohn von Jacqueline Bisset, in die sich sein Zimmergenosse Andrew McCarthy verliebt. Für Jacqueline Bissets Karriere ist der Kinoflop ungünstig, für McCarthy und Lowe geht es weiter steil nach oben. Einen Liebhaber spielt Rob Lowe erstmals in Tony Richardsons "Hotel New Hampshire" 1984. Da betört er die Terroristin Amanda Plummer und die als Bär verkleidete Nastassja Kinski, während seine wirkliche Liebe der eigenen Schwester gilt, Jodie Foster.

Rob Lowe sieht weiterhin verdammt gut aus; ob er es auch Schauspielerisch 'bringt', darüber sind sich die Kritiker uneins: Ein Charisma habe er wie ein Türgriff, meint die Washington Post, während die Boulevard-Presse sein Können in den Himmel hebt und auch mancher fachkundige Kritiker ihm durchaus Talent zugesteht. Sicher ist er ein guter Typ, der wirkt, wenn die Regie ihn animiert und richtig einsetzt. Sein Nick Di Angelo in Robert Boris' "Oxford Blues - Hilfe, die Amis kommen" (1984) muss vor allem gut aussehen, Joel Schumachers routinierte Regie verlangt ihm und seinen Mitspielern in "St. Elmo's Fire - Die Leidenschaft brennt tief" (1985) eine Menge Einsatz ab.

Er zählt zum sogenannten "Brat Pack", dem Kreis junger Nachwuchsschauspieler um Emilio Estevez, Kiefer Sutherland oder Charlie Sheen. Doch 1986 scheitert er in einer schlecht inszenierten David Mamet-Geschichte "Nochmal so wie letzte Nacht", ein Liebes- und Beziehungsdrama mit Demi Moore. Ein Jahr später wird seine Filmarbeit fast verdeckt von dem Publicity-Rummel um seine Affäre mit Prinzessin Stephanie von Monaco.

Allerdings sieht es mit der Filmarbeit in dieser Zeit nicht gut aus: Bob Swaim etwa, der mit ihm und Meg Tilly 1987 "Masquerade - Ein tödliches Spiel" dreht, kann kaum mit dem Ergebnis zufrieden sein: Die Geschichte von dem Segellehrer, der sich in eine reiche Erbin verliebt, fällt in den USA durch, warum auch immer. Danach erlebt Lowe einen empfindlichen Karriereknick. 1988 taucht ein Video auf, das ihn bei sexuellen Aktivitäten mit einer Minderjährigen zeigen. Zur Strafe muss er zwanzig Stunden Sozialdienst ableisten. Er versucht seine Probleme mit Drogen und Alkohol zu bekämpfen, steht kurz vor dem Aus. Aber er berappelt sich und präsentiert sich der Öffentlichkeit als geläuterter, sauberer und vor allem nüchterner Familienvater.

Zu seinen besten Rollen gehört der bitterböse Alex, der in Curtis Hansons "Todfreunde - Bad Influence" (1990) dem Programierer Michael (James Spader) das Leben zur Hölle macht. Danach gefällt er als Benjamin Oliver in Penelope Spheeris' Klamaukfilm "Wayne's World". In den letzten Jahren sieht man ihn dagegen in merkwürdigen Filmen: in dem unappetitlichen Stephen-King-Film "The Stand - das letzte Gefecht II" (1994, Regie: Mick Garris); als Cop, der sich in die attraktive Witwe des Unternehmers verliebt, dessen Mord er aufklären soll (James Woolhoughs "Kuss des Todes", 1995); als Architekt, der Ratten im Bett findet, als er von seiner schwangeren Frau getrennt nach L.A. zieht (Jack Ersgards "Dangerous Move", 1996); als unheilbar kranker Taxifahrer, der sich zu einem Mord überreden läßt (Jean Pellerins "For Hire - Der tödliche Auftrag", 1997).

1997 ist er aber auch in Robert Zemeckis religiösem Erbauungsspektakel "Contact" zu sehen. Im gleichen Jahr besetzt ihn M. Jay Roach in seiner kommerziell erfolgreichen Agentenparodie "Austin Powers - Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat" und auch in der Fortsetzung "Austin Powers - Spion in geheimer Missionarsstellung" (1999) ist Rob Lowe dabei. 1998 folgen der Kriminalfilm "Du wirst um Gnade betteln", die Komödie "Ein höllisch guter Engel" sowie der Actionthriller "Zugfahrt ins Jenseits". 2001 entstanden zwei weitere Actionthriller: "Jane Doe" und "Proximity - Außerhalb des Gesetzes".

Lowe ist seit 1991 mit Sheryl Berkoff verheiratet und hat zwei Söhne. Sein Bruder Chad ist inzwischen ebenfalls Schauspieler. Weitere Filme mit Rob Lowe: "The West Wing" (Serie, 1999-2003), "The Master Criminal", "The Christmas Shoes" (2002), "Flight Girls", "The Lyon's Den" (beide 2003), "Perfect Strangers" (2004), "Dr. Vegas" (Serie, 2004/2005), "The Christmas Blessing", "Thank You for Smoking" (alle 2005), "The West Wing" (Serie, 1999-2006), "Dr. Vegas" (Serie, 2004-2006), "A Perfect Day" (2006), "Stir of Echoes: The Homecoming" (2007), "Brothers & Sisters" (Serie, 2006-2009), "Lügen macht erfinderisch" (2009), "Liberace" (2013).


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