Winnetou (Michael "Bully" Herbig, Mitte) ist verliebt. Beim Hau-den-Lukas will er seine Männlichkeit unter Beweis stellen.

Bullyparade - Der Film

KINOSTART: 17.08.2017 • Komödie • Deutschland (2017) • 100 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Bullyparade - Der Film
Produktionsdatum
2017
Produktionsland
Deutschland
Laufzeit
100 Minuten

Filmkritik

Danke Bully, es reicht
Von Sven Hauberg

20 Jahre nach Start der "Bullyparade" holt Michael Herbig die Kultfiguren von damals auf die Kinoleinwand. Nicht alle sind gut gealtert.

Wie oft kann man denselben Witz erzählen, bis keiner mehr lacht? Wenn er richtig gut ist, der Witz, dann ziemlich oft. Michael "Bully" Herbig hat das zur Genüge bewiesen mit seiner "Bullyparade". Von 1997 bis 2002 machte er sehr erfolgreich die immergleichen Späße, leicht variiert, aber im Kern doch immer ähnlich. Einige brachte er später auf die Leinwand, wandelte 90-Sekunden-Sketche in abendfüllende Filme um. Auch das funktionierte prächtig, bei "Der Schuh des Manitu" (2001) und bei "(T)Raumschiff Surprise - Periode 1" (2004). Zum Jubiläum seiner ProSieben-Kultshow klopft Herbig nach 20 Jahren in "Bullyparade – Der Film" seine alten Späße nun erneut auf ihr Kalauerpotenzial ab.

Der 49-jährige Münchner setzt dabei auf das Nostalgie-Gefühl, schließlich ist so mancher, der heute den Weg in die Kinos finden soll, mit den Bully-Figuren aufgewachsen. Rund 20 Millionen Deutsche sahen die ersten beiden Bully-Filme in den Kinos. Das sind natürlich gute Voraussetzungen, die beliebten Charaktere ein weiteres Mal auf die Leinwand zu bringen. Doch die Fallhöhe ist eben auch entsprechend hoch. Herbig hat nun eine Art Zwitterwesen aus seinen alten Sketchen und den Erfolgsfilmen gedreht: fünf Episoden, alle zwischen zehn und vielleicht 30 Minuten lang.

Kasirske-Brüder zum Auftakt

Den Auftakt machen die Kasirske-Brüder, heute wie damals von Christian Tramitz und Rick Kavanian verkörpert. Um die DDR nachträglich vorm Untergang zu bewahren – und der Welt einen singenden David Hasselhoff auf der Berliner Mauer zu ersparen – reisen die beiden Herren aus Sachsen zurück ins Jahr 1989 und finden sich auf Günter Schabowskis legendärer Pressekonferenz wieder. Unter den Journalisten an jenem 9. November 1989 waren, so lehrt es diese Alternativgeschichte, auch Pavel Pipovic und Bronko Kulicka, jene kettenrauchenden Kult-Tschechen aus der "Bullyparade". Diese kleinen "Gastauftritte" – die drei Kastagnetten und ihre Wortakrobatik tauchen etwa in jeder Episode auf – gehören zu den charmantesten Momenten des "Bullyparade"-Films.

Enttäuschend gerät ausgerechnet die Wild-West-Episode, in der sich Winnetou (Herbig) zwischen seinem Blutsbruder Old Shatterhand (Tramitz) und seiner großen Liebe (Cornelia Ivancan) entscheiden muss. Die Story, die Herbig für seine "Schuh des Manitu"-Helden gestrickt hat, ist schlicht lieblos zu Papier gebracht. Überhaupt haben sich Bully und Co. zu sehr auf den Kultcharakter ihrer Figuren verlassen und darüber schlicht vergessen, dass ein Film, anders als ein Sketch, durchaus so etwas wie eine Handlung benötigt.

Richtig peinlich wird das etwa, wenn sich die beiden Öko-Heinis Lutz (Hebrig) und Löffler (Kavanian) in einer "The Wolf of Wall Street"-Parodie plötzlich inmitten einer zusammengeschusterten Finanzgeschichte wiederfinden. Besser gealtert ist da schon die noch immer köstliche Sissi-Parodie, die nichts von ihrem Wortwitz verloren hat, und auch die "(T)Raumschiff"-Episode macht Spaß. Zumal man hier erfährt, wie aus einer gestandenen Weltraum-Crew der tuntige Haufen wurde, der Millionen in die Kinos lockte. Östrogene auf einem gewissen Planeten der Frauen spielen dabei keine unwesentliche Rolle.

Eine Nummernrevue mit viel zu langen Sketchen

Insgesamt aber ist der "Bullyparade"-Film kaum mehr als eine Nummernrevue mit viel zu langen Sketchen und viel zu wenigen Lachern. Daran ändern die zahlreichen Promi-Gastauftritte (Peter Maffay, Elyas M'Barek, Matthias Schweighöfer, Til Schweiger, ...) nicht viel. Bully-Fans werden enttäuscht aus dem Kino gehen, die jungen Zuschauer das meiste gar nicht erst verstehen.

"Bullyparade – Der Film" soll seine letzte Komödienarbeit sein, hat Herbig bereits verkündet. Er will ins ernste Fach wechseln. Vielleicht gar keine so schlechte Idee. Denn irgendwann ist eben auch der beste Witz einmal zu oft erzählt. Um es mit Gerhard Schröder zu sagen: Danke Bully, aber es reicht.

Quelle: teleschau – der Mediendienst

Darsteller
Sky du Mont wurde in Argentinien geboren.
Sky du Mont
Lesermeinung
Weitere Darsteller

Neu im kino

Rex Gildo - Der letzte Tanz
Dokumentarfilm • 2022
prisma-Redaktion
Im Westen nichts Neues
Drama • 2022
prisma-Redaktion
Juan Romero (Elyas M'Barek) lassen seine Zweifel keine Ruhe. Er ist das filmische Pendant zu Juan Moreno und eine der beiden Hauptfiguren in Michael "Bully" Herbigs neuem Film "Tausend Zeilen", der den Fall Relotius satirisch aufarbeitet.
Tausend Zeilen
Drama, Komödie • 2022
prisma-Redaktion
Mittagsstunde
2022
Don't Worry Darling
Drama • 2022
prisma-Redaktion
Moonage Daydream
Dokumentarfilm • 2022
prisma-Redaktion
Ticket ins Paradies
Komödie • 2022
prisma-Redaktion
Lieber Kurt
Komödie • 2022
Orphan: First Kill
Horror • 2022
prisma-Redaktion
Das Leben ein Tanz
Komödie • 2022
prisma-Redaktion
Alle für Ella
Komödie • 2022
Das Glücksrad
Drama • 2021
prisma-Redaktion
Freibad
Komödie • 2022
prisma-Redaktion
Kein Blockbuster-Stoff, trotzdem ein echtes Kino-Erlebnis: Mit "Three Thousand Years of Longing" präsentiert George Miller seinen zehnten Spielfilm.
Three Thousand Years of Longing
Fantasy • 2022
prisma-Redaktion
Die Känguru-Verschwörung
Satire • 2022
prisma-Redaktion
After Forever
Drama • 2022
prisma-Redaktion
Beast – Jäger ohne Gnade
Horror • 2022
prisma-Redaktion
Mein Lotta-Leben – Alles Tschaka mit Alpaka!
Kinderfilm • 2022
prisma-Redaktion
Jagdsaison
Komödie • 2022
prisma-Redaktion
Der Gesang der Flusskrebse
Drama • 2022
prisma-Redaktion
Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr
2021
prisma-Redaktion
Nope
2022
prisma-Redaktion
Der junge Häuptling Winnetou
Abenteuerfilm • 2021
Nicht ganz koscher – Eine göttliche Komödie
Komödie • 2022
prisma-Redaktion
Bullet Train
Actionkomödie • 2022
prisma-Redaktion
Guglhupfgeschwader
2022
prisma-Redaktion
Hatching
Fantasy • 2022
prisma-Redaktion
Der perfekte Chef
Komödie • 2021
prisma-Redaktion
DC League of Super-Pets
Animationsfilm • 2022
prisma-Redaktion
Bibi & Tina – Einfach anders
Abenteuerfilm • 2022
prisma-Redaktion

BELIEBTE STARS

Komische Gesichter sind seine Spezialität: Rowan Atkinson
Rowan Atkinson
Lesermeinung
Schauspielerin Martina Gedeck.
Martina Gedeck
Lesermeinung
Mimt gerne den alten Haudegen: Scott Glenn.
Scott Glenn
Lesermeinung
Wurde als "Punisher" bekannt: Thomas Jane.
Thomas Jane
Lesermeinung
Der Mann mit dem Schnauzbart: Tom Selleck.
Tom Selleck
Lesermeinung
Traci Lords schaffte den Absprung vom Pornofilm.
Traci Lords
Lesermeinung
Caroline Peters in der gefeierten Krimiserie "Mord mit Aussicht".
Caroline Peters
Lesermeinung
Tom Beck in der RTL-Serie "Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei".
Tom Beck
Lesermeinung
Lässiger Typ: Schauspieler Karl Urban.
Karl Urban
Lesermeinung
Nach dem Studium trat sie in New York in einigen Theaterstücken auf: Sienna Miller.
Sienna Miller
Lesermeinung
Smart und vielseitig: Heino Ferch, hier in dem
Familiendrama "Vater Mutter Mörder"
Heino Ferch
Lesermeinung