Die Moskauer Schauprozesse 1936 - 1938: Im März 1938 rechnet Stalin im letzten von drei großen Schauprozessen mit der letzten Garde seiner politischen Gegnern ab, darunter Parteitheoretiker Nikolai Bucharin und Ex-Ministerpräsident Alexei Rykow. Dokumentarist Billstein lenkt unseren Blick auf ein grausames Theaterstück auf höchster politischer Bühne.

Nach außen hin laufen diese Verfahren scheinbar formal korrekt ab. Ausländische, westliche Beobachter sind zugelassen und zeigen sich beeindruckt. Sie durchschauen nicht, dass absurde Anklagen, groteske Geständnisse, aberwitzige Selbstbezichtigungen für Stalin Mittel zum Zweck sind: Es genügt ihm nicht, die alten legendären Revolutionshelden zu töten. Sie müssen schon zuvor in der Öffentlichkeit systematisch moralisch, politisch und ideologisch vernichtet werden. Das in den Folterkammern ausgehandelte Urteil steht ohnehin fest: Tod durch Erschießen. Darüber hinaus dient die ganze Prozedur lediglich dazu, von der Terrorwelle und den Säuberungsaktionen im eigenen Land am Vorabend des Zweiten Weltkriegs abzulenken.