Arthur (Heiner Lauterbach), Kalle (Jürgen Vogel) und Yus (Hilmi Sözer, von links) gehen auf geheime Mission.
Drei Väter sehen in "Es ist zu deinem Besten" Rot und wollen die Verehrer ihrer Töchter vertreiben.

Es ist zu deinem Besten

KINOSTART: 08.10.2020 • Komödie • D (2020) • 91 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Es ist zu deinem Besten
Produktionsdatum
2020
Produktionsland
D
Laufzeit
91 Minuten

Filmkritik

Nicht mit meiner Tochter!
Von Diemuth Schmidt

In der Wohlfühlkomödie "Es ist zu deinem Besten" versuchen drei ungleiche Väter mit allen Mitteln, die Partner ihrer Töchter loszuwerden. Schade, dass der Film dabei reichlich seicht geraten ist.

Die Remake-Welle mit eingedeutschten Kassenhits aus anderen europäischen Ländern läuft weiter, nach Erfolgen wie zuletzt etwa "Das perfekte Geheimnis". Auf dem Filmfest Hamburg 2017 entdeckte der Produzent Felix Starck die spanische Erfolgskomödie "Es por tu bien", die bereits 1,8 Millionen Zuschauer auf der iberischen Halbinsel ins Kino gelockt hatte. Auch bei den Besuchern des Festivals kam sie sehr gut an und erhielt den Publikumspreis. Starck bewarb sich um die Remake-Rechte und erhielt, obwohl er noch ein Newcomer in der Branche ist, den Zuschlag. Befreit von allzu heftigem Klamauk und mit einer deutschen Starbesetzung neu verfilmt von Marc Rothemund, soll nun "Es ist zu deinem Besten" mit einer aufs deutsche Publikum abgestimmten Mischung aus Komik und Emotionen das deutsche Publikum begeistern.

Die Grundprämisse des Films punktet durch ihre Universalität: Vielen Vätern ist es unwohl dabei, ihre Töchter mit einem Partner ziehen zu lassen und wenn, dann am besten nur mit einem Mann, den sie selbst ausgesucht haben. Wenn dann der schlimmste Fall eintritt und die von den Frauen Auserwählten den ultimativen Alptraum der Väter verkörpern, würde so manch einer von ihnen gerne eingreifen und den Kerl verscheuchen. Wie das aussehen könnte, wenn bei den Erzeugern die Beißhemmungen fallen, das spielt "Es ist zu deinem Besten" mit vielen lustigen Szenen durch.

Für ihre Mission, die Schwiegersöhne in spe zu vertreiben, braucht es geballte Papa-Power. Deshalb springen drei sehr unterschiedliche Männer, die über ihre Frauen – drei Schwestern – miteinander verschwägert sind, über ihren Schatten und arrangieren sich mit den anderen, die sie eigentlich nicht leiden können. Dabei zeigt sich, dass in der Testosteron-geschwängerten Gruppe jede noch so blöde Idee eine Chance hat.

Schade ist, dass hier vor allem Klischeefiguren aufeinandertreffen und die ausgewählten Schauspieler nicht gegen den Strich besetzt wurden. Heiner Lauterbach verkörpert mit steif zurückgekämmtem Haar und Hosenträgern den reichen Wirtschaftsanwalt Arthur, der sich nichts sehnlicher wünscht, als dass die Kanzlei von seiner Tochter Antonia (Janina Uhse) samt einem von ihm vorgeschlagenen Anwaltsgatten und dann eines Tages von einem Enkel weitergeführt wird. Ein Unsympath, der es im Film mit dem linken Weltverbesserer und Anti-Kapitalisten Alex (Jacob Matschenz) zu tun bekommt. Am schlimmsten ist für Arthur aber, dass Alex keine Kinder in diese ungerechte Welt setzen will.

Einen ausgeprägten Beschützerinstinkt bezüglich seiner Tochter entwickelt der impulsive Bauarbeiter Kalle, der oft erst handelt, bevor er sein Gehirn einschaltet. Zum Glück kann er meistens auf seine Frau Heike (Lisa Maria Potthoff) zählen, die ihn vor den schlimmsten Ausrutschern bewahrt. Jürgen Vogel spielt Kalle als heftig aufbrausenden Typen, der nur noch Rot sieht, als er erfährt, dass seine erwachsene Tochter Luna (Lisa-Marie Koroll) mit einem Frauenhelden, der noch dazu vom Alter her ihr Vater sein könnte, zusammen ist. Mit einer Teenagerliebe dagegen bekommt es der Heilpraktiker Yus (Hilmi Sözer) zu tun. Der erste Freund seiner Tochter Sophie (Lara Aylin Winkler) wirkt wie ein prolliger Taugenichts, der die Musterschülerin vom rechten Weg abbringt und obendrein mit Drogen zu handeln scheint. Und dann frisst dessen Riesenhund auch noch die Törtchen weg, die Yus für den gemeinsamen Filmabend mit dem Töchterchen gerichtet hat.

Während die im Hintergrund souverän lenkenden Mütter sich mit den durchaus problematischen Partnern zu arrangieren versuchen, nähern sich die Männer dem ultimativen Super-Schwager-Showdown. Das Zusammenspiel der drei in absurden Situationen sorgt für das Humorpotenzial der Komödie. Leider werden die ausgespielten Klischees dabei nicht wirklich aufs Korn genommen wie etwa einst bei "Monsieur Claude und seine Töchter". Bei "Es ist zu deinem Besten" darf man einen unterhaltsamen Wohlfühlfilm erwarten, der mit viel Schauspielpower für Unterhaltung ohne großen Tiefgang sorgt.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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