Eigentlich spielt der Neunjährige Finn nur Fußball, weil sein Vater Frank das möchte. Finn selbst mag das runde Leder überhaupt nicht. Als der Junge dann auf dem Nachhauseweg auf einem eigentlich verlassenen Bauernhof einen alten Mann Geige spielen hört, ist für Finn ein Wunsch geweckt. Von den Klängen verzaubert – er sieht bei den Tönen der Geige seine verstorbene Mutter – , möchte er fortan auch Geige spielen können. Da sein Vater strickt dagegen ist, trifft sich Finn heimlich mit dem alten grantigen Luuk, der den Jungen zunächst nur widerwillig unterrichtet, aber schnell dessen Talent erkennt. Dass Finn aber genau die Zeit für den Geigenunterricht nutzt, die er eigentlich bei Fußballtraining verbringen sollte, findet Frank schließlich heraus. Sein Zorn enthüllt gleich eine ganze Reihe von bislang gut gehüteten Familiengeheimnissen ...  

Sensibles Gespür für die Wünsche von Kindern

Dass die Niederländer ganz hervorragende Kinder- und Jugendfilme drehen können, haben sie in der Vergangenheit mit Werken wie "Martin und der Magier" (1979), "Mein Vater wohnt in Rio" (1989), "Das Taschenmesser" (1998), "Die geheimnisvolle Minusch" (2001), "Bluebird" (2004), "Ein Brief für den König","", oder "Tony 10" (2012) bewiesen (leider waren viele der brillanten Filme hierzulande kaum zu sehen). So zeugt auch dieser Film von Drama-Spezialist Frans Weisz von einem sensiblen Gespür für die Wünsche und Belange von Kindern und zeigt gleichzeitig die Macht, die sich hinter zauberhaften Klängen verbergen kann. Dank der durchweg guten Darsteller – allen voran der flämische Schauspiel-Titan Jan Decleir als Luuk – verzeiht man auch den Schaumschnee auf grünen Laubbäumen (es soll schließlich Weihnachten sein). Das etwas ungewöhnliche Ende könnte kleine Kinder allerdings überfordern.