"Old Richard" in jungen Jahren auf einem Boot

Forgetting Dad

KINOSTART: 03.06.2010 • Dokumentarfilm • Deutschland (2008) • 83 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Forgetting Dad
Produktionsdatum
2008
Produktionsland
Deutschland
Laufzeit
83 Minuten

21. Mai 1990: Ein Mini-Van biegt auf den Parkplatz eines Shopping Centers in Sacramento, Kalifornien ein, als ein Auto von hinten auffährt. Der Fahrer des Vans steigt aus, besieht sich den Schaden und ist offensichtlich erleichtert, dass der sich in Grenzen ält. Schließlich fährt er mit seiner Frau weiter. Sieben Tage später erwacht er in einem fremden Bett neben einer Frau, die er nie zuvor gesehen hat; im Spiegel fällt sein Blick auf ein Gesicht, das er zum ersten Mal in seinem Leben zu sehen glaubt. Innerhalb weniger Sekunden sind die ersten 45 Lebensjahre dieses Mannes ausgelöscht worden – für immer. Innerhalb der achtzehn Jahre, die seit jenem schicksalsträchtigen Autounfall vergangen sind, hat sich ein neuer Mensch entwickelt: An die Stelle von "Old Richard", wie der Mann sein früheres Ich nennt, ist "New Richard" getreten. Er trennte sich von seiner Familie und fing zusammen mit einer neuen Freundin ein ganz neues Leben an, weit weg von seiner alten Existenz.

Der in Berlin lebende Dokumentarfilmer Rick Minnich begab sich mit seinem Kollegen Matthew Sweetwood auf Spurensuche nach seinem Vater und dessen Geschichte. Eindringlich erzählt er von seinen Erinnerungen an "Old Richard", der einst von einem auf den anderen Tag aus seinem bisherigen Leben ausstieg. Immer wieder bindet er alte 8mm-Home-Videos in die Geschichte ein, spürt Gerüchten nach, unterhält sich mit seinen Angehörigen über den Gedächtnisverlust des Vaters, der plötzlich durch ein Gutachten in Frage gestellt wird. Hat die Verwandlung zu "New Richard" möglicherweise doch andere Ursachen, als alle bis dahin annahmen? Zusammen mit seinem Halbbruder Justin reist er schließlich nach Oregon, um seinen Vater, der dem Sohn bis dahin jedes Interview verweigert hatte, zu fragen, ob er sich tatsächlich an nichts mehr erinnern kann. Die teilweise traurige, aber immer spannende Familiengeschichte wurde 2008 auf dem Internationalen Festival des Dokumentarfilms in Amsterdam mit dem Special Jury Award ausgezeichnet.

Foto: W-film

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