Genet in Chatila

KINOSTART: 24.11.1999 • Dokumentarfilm • Schweiz (1999) • 98 MINUTEN
Lesermeinung
Originaltitel
Genet à Chatila
Produktionsdatum
1999
Produktionsland
Schweiz
Laufzeit
98 Minuten
Kamera
Richard Dindos Filme, von "Schweizer im spanischen Bürgerkrieg" bis zu "Grüningers Fall" sind Überprüfungen und Re-Visionen; vermeintlich Bekanntes wird noch einmal kritisch und neu gesehen.Diesmal Jean Genet und seine Reisen in den Libanon und nach Jordanien, also Biografie, Politik und Literatur. Die beiden Bücher "Ein verliebter Gefangener" und "Vier Stunden in Chatila" werden die Reiseführer nach Beirut, in das Flüchtlingslager Chatila (dem Ort des grauenvollen Massakers an palästinensischen Zivilisten durch libanesische Milizen), nach Amman und in die Orte ehemaliger Palästinenser-Lager in Jordanien.Was geschieht, wenn man Genets Texte mit den beschriebenen Orten und Personen zusammenbringt? Wie verbindet sich Genets eigene Außenseiter-Biografie mit seinem Interesse an den Palästinensern? Welche Erinnerungen hat Leila Chalid (die spätere Botschafterin der Palästinenser in Frankreich), die Genet im Libanon begleitete und ihm bis ans Lebensende verbunden blieb? Im Film geht eine junge Französin algerischer Abstammung nach Chatila, wo sie mit Überlebenden redet, und später nach Beirut, nach Ammann und an die Ufer des Jordans, wo Genet Anfang der siebziger Jahre mit den Feddayins zusammenlebte. In diesen Landschaften des palästinensischen Widerstandes und später im Flüchtlingslager von Irbid liest die junge Frau das Buch "Ein verliebter Gefangener", in dem Genet seine Erlebnisse von damals beschreibt, und sie hört dabei immer wieder Mozarts Requiem, das Genet selber unaufhörlich anhörte, als er in einem Pariser Hotelzimmer fieberhaft an seinem Buch schrieb, dessen letzte Seite er noch an seinem Todestag korrigierte.
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