Der Künster im Raum: Hélio Oiticica

Hélio Oiticica

KINOSTART: 03.10.2013 • Dokumentarfilm • Brasilien (2012) • 94 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Hélio Oiticica
Produktionsdatum
2012
Produktionsland
Brasilien
Laufzeit
94 Minuten

Hélio Oiticica (1937-1980) gilt als einer der bedeutendsten brasilianischen Künstler, der immer wieder auf der Suche nach neuen Formen der Kunst war und die althergebrachten Strukturen aufbrach. Eigentlich bildender Künstler, befasste sich Oiticica bereits seit den Fünfzigerjahren mit dreidimensionalen Räumen, den sogenannten Penetráveis, die den Betrachter einbinden sollten. Später wandte sich Oiticica den Parangolés zu, Werke aus Textilien, die übergezogen werden konnten. Der Künstler interessierte sich immer auch für soziale Randgruppen, was sich in seinem wohl bekanntesten Werk "Tropicália" widerspiegelt, ebenfalls eine begehbare Skulptur, die von den Favelas in den brasilianischen Großstädten inspiriert war. Oiticica, der sich offen zu seiner Homosexualität und Experimenten mit Drogen bekannte, starb 1980 an Herzversagen.

Mehr als zehn Jahre lang arbeitete der Neffe des großen brasilianischen Künstlers an diesem Dokumentarfilm über seinen Onkel. Ein schwieriges Unterfangen, zumal es im Oktober 2009 im Haus der Familie brannte und ein Schaden von 200 Millionen Dollar entstand. Zwar wurden wichtige Teile von Oiticicas Werk vernichtet, doch Cesar Oiticica Filho wählte für die Verwirklichung seiner Hommage an den Onkel einen ungewöhnlichen Weg. Als Grundlage für sein Projekt dienten 15 Rollen bis dahin unentdeckter Super-8-Filme, die in Verbindung mit Tonbändern, zeitgenössischen Bildern ein vielschichtiges Porträt von Oiticica zeichnen. Ohne Kommentar oder Erzähler ergänzte der Filmemacher sein Werk mit Materialien, in denen entweder das Werk Oiticicas eine Rolle spielt oder Hélio selbst als Kommentator zu hören ist. So spricht der Künstler schließlich selbst durch sein Werk. Allerdings wird für das Verständnis von "Hélio Oiticica" Vorwissen über diesen berühmten Brasilianer vorausgesetzt.

Foto: Arsenal Institut

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