In Paris dreht der ambitionierte, aber mitten in einer Schaffenskrise steckende Regisseur René Vidal fürs Fernsehen eine Neuverfilmung von Louis Feuillades Stummfilm-Klassiker "Les Vampires". Star der Produktion ist die Schauspielerin Maggie Cheung, die Heldin vieler Action-Filme aus Hongkong. Sie soll in die Hauptrolle schlüpfen, die damals unter Feuillade von der berühmten Musidora verkörpert wurde. Ohne ein Wort Französisch zu sprechen, erlebt sie als Außenseiterin die chaotischen Verhältnisse am Drehort. Schon bald wird auch sie in die Intrigen und kleinen Scharmützel unter den Mitgliedern des Teams verstrickt. Auf der anderen Seite entwickelt Zoé, eine junge Maskenbildnerin, weitergehende Gefühle für die Schauspielerin, die vor der Kamera im hautengen schwarzen Latex-Kostüm auch höchst attraktiv wirkt...

Olivier Assayas, der mit seinem Debütfilm "Lebenswut" (1986) auch sofort in Deutschland bekannt wurde, zeichnet in "Irma Vep" ein kritisches und sehr persönliches Porträt der französischen Filmszene. Jenseits des Glamours, der so gerne mit dem Filmgeschäft in Zusammenhang gebracht wird, führt er dem Zuschauer mit ironisch-humorvollen Seitenhieben den Drehalltag mit all seinen Grabenkämpfen und Eitelkeiten vor Augen. Damit steht er in der Tradition so bedeutender Filmemacher wie François Truffaut ("Die amerikanische Nacht") und Wim Wenders ("Der Stand der Dinge"). Assayas` Film ist gleichzeitig eine Hommage an die Ära des Stummfilms und an die Schauspielerin Maggie Cheung, die neben ihren Action- Produktionen in Europa besonders durch die Filme von Wong Kar-wai und Stanley Kwan bekannt wurde.