Nach dem Ende der Welt

KINOSTART: 01.01.1970 • Gesellschaftsdrama • Bulgarien/Deutschland/Griechenland (1999)
Lesermeinung
Produktionsdatum
1999
Produktionsland
Bulgarien/Deutschland/Griechenland
Für den israelischen Professor Albert Cohen wird die Vortragsreise in seine Geburtsstadt Plowdiw zu einer Reise in die Vergangenheit. Im Batschkowo-Kloster trifft er zufällig Araksi Wartanjan wieder - Gefährtin unzähliger Kinderstreiche und zugleich seine erste Liebe. Seit Jahrzehnten wähnt er sie in Frankreich, wohin sie nie gelangte, doch das wird er erst später erfahren. Die beiden erinnern sich an ihre Kindheit in den 50er Jahren in Plowdiw, an die unverwech- selbare Atmosphäre jener Stadt, einem der ältesten und schönsten Orte des Balkan. Dort, wo Bulgaren, Türken, Juden, Zigeuner und Griechen friedlich beisammen lebten. Wo der orthodoxe Pope, der Hodscha mit dem weißen Turban, der schwarzgewandete Rabbi und Alberts Großvater, Awram, der Zecher genannt, ein und dieselbe Frau liebten, die vollbusige, leidenschaftliche Türkin Sülfiye. Der kommunistische bulgarische Lehrer Stoitschew liebte Araksis Mutter, die armenische Klavierlehrerin, und der kleine Jude Albert, Berto genannt, begann mit Araksi die Geheimnisse der Liebe zu erkunden. Doch die Idylle wurde jäh gestört: Politische Säuberungsaktionen der Stalinisten vertrieben erst die Zigeuner, dann die Türken, dann die "Kapitalisten-Familie" Wartanjan. Berto begleitete damals seine Araksi zum Zug nach Frankreich und wartete auf einen Brief, der nie kam. Denn die Familie durfte das Land nicht verlassen. Der Vater kam in einem Arbeitslager um, Araksi und ihre Mutter wurden aufs Land verbannt. Wenig später wanderten auch die Plowdiwer Juden aus - ins Gelobte Land. Der Fotograf Kostas, einer der blieb, hat diese Erinnerungen auf seinen Fotografien festgehalten. Gemeinsam mit Berto und Araksi taucht er ein in die alte, längst vergangene Zeit. Doch Kostas' Gegenwart wird von zwielichtigen Immobilienspekulanten bedroht, sie wollen ihn aus seinem Atelier und Haus vertreiben. Der alte Mann zündet sich selbst an und verbrennt mit seinen Filmen. Das Ende der Welt, die es so nie wieder geben wird. Übrig bleibt die Asche der Vergangenheit und vielleicht die Hoffnung, dass Professor Cohen und Araksi für immer in Plowdiw zusammenbleiben.

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