Lebensversicherungen, Schecks, Immobilien, Gemälde – insgesamt soll es um Gefälligkeiten und Zuneigungen (oder wie auch immer man es nennen will) im Wert von knapp einer Milliarde Euro gegangen sein. Der Empfänger war ein junger Fotograf mit scheinbar umwerfendem Charme, die Gönnerin die damals reichste Frau der Welt. Die Beziehung von François-Marie Banier und der über 20 Jahre älteren L'Oreal-Erbin Liliane Bettencourt wurde 2008 in Frankreich zu einem nationalen Skandal. Jetzt landet das Drama als Satire auf der Kinoleinwand.
Die Hauptfiguren in "Die reichste Frau der Welt" heißen zwar nicht François-Marie und Liliane, doch aus der Inspiration lässt sich kein Geheimnis machen. Zu offensichtlich sind die Parallelen der Geschichten. Die im Kino, inszeniert von Regisseur Thierry Klifa (er schrieb gemeinsam mit Cédric Anger auch das Drehbuch), erzählt von einer gewissen Marianne Farrère (Isabelle Huppert), die alles hat: Sie ist intelligent, schön und schwimmt als Erbin eines Milliarden-Imperiums im Luxus. Keine andere Frau auf dem Planeten ist reicher, heißt es.
Marianne ist sich ihrer Macht bewusst und leistet sich dann auch recht ungeniert die Liaison mit dem lebhaften und sehr leidenschaftlichen jungen Fotografen Pierre-Alain Fantin (wurde für seine Darbietung mit einem César als bester Schauspieler ausgezeichnet: Laurent Lafitte). Marianne überschüttet ihren neuen Begleiter geradezu mit ihren Reichtümern. Ihm gefällt dieses Leben in Saus und Braus. Doch vielen anderen Menschen ist diese fragwürdige Beziehung ein Dorn im Auge – vor allem Lilianes Tochter Frédérique (Marina Foïs), die dem charismatischen Piere-Alain nicht über den Weg traut und keine Mittel scheut, um ihre Familie zu schützen.