Irgendwo im Heiligen Römischen Reich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, es tobt der Dreißigjährige Krieg. Eine wilde Zeit, in der man froh ist über jeden neuen Morgen und nicht unbedingt alles hinterfragen muss. Zum Beispiel, wenn da plötzlich ein Soldat in einem protestantischen Dorf auftaucht und sich als Erbe eines lange verlassenen Gutshofs ausgibt. Der Soldat Rose zieht also ein und mit ihm ein ungeheuerliches Geheimnis.
Dieses Geheimnis: Der Soldat Rose ist gar kein Soldat, sondern eine Frau mit Namen Rose (Sandra Hüller), die sich als Mann ausgibt. Anders käme sie zu nichts, als alleinstehende Frau hätte sie in der damaligen Zeit viel weniger Rechte und Möglichkeiten als jeder noch so arme männliche Knecht. Rose kümmert sich um seine (oder ihre) eigenen Angelegenheiten, wird dennoch ausreichend anerkannter Teil der Gesellschaft. Um weiter unter falscher Identität leben zu können, willigt Rose sogar in eine arrangierte Ehe mit Suzanna (Caro Braun) ein – die junge Frau ist "unbescholten, gottesfürchtig, in allen weiblichen Arbeiten geschickt". Ist sie auch vertrauenswürdig?
"Rose", nach "Michael" (2011) und "Angelo" (2018) erst der dritte Spielfilm von Markus Schleinzer, basiert nicht direkt auf einer wahren Geschichte. Was sich in diesem eindrücklichen Schwarzweiß-Drama zuträgt, hätte aber ganz ähnlich doch passiert sein können. Der österreichische Autor und Regisseur Schleinzer ließ sich inspirieren von mehreren dokumentierten Berichten über europäische Frauen, die sich in der Vergangenheit als Männer ausgaben, um ihr Glück zu finden. Die Premiere von "Rose" fand im Februar bei der Berlinale statt, wo Sandra Hüller mit dem Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde.