Stolz residiert die einstige Zirkusprinzessin "Calamity Jane", Magda Holzer, hochbetagt in ihrer Villa am Isarufer in München Pullach. Sie wird bedient von der Haushälterin Rosl und dem treuen Kroaten Ante. Magdas als vermisst gemeldeter Sohn Florian wird nachts im Aushub einer Baugrube gefunden. Hat ihr wenig geliebter Sohn Peter Schuld an seinem Tod? Immerhin hatten beide Brüder ein Verhältnis mit der schönen Liz, die auch in der Pullacher Villa wohnt. Liz ist Eventmanagerin mit besten Kontakten zur Münchner Stadtverwaltung. Korruption ist in Liz' Augen ein Fremdwort. Münchens Kriminalhauptkommissar Ivo Batic vermutet einen Raubmord, er ermittelt in der kriminellen Szene des Westend und erfährt von einem "Luder" aus alten Zeiten ...

Mindestens ebenso nervig wie die ständigen Großbaumaßnahmen rund um die Münchner Innenstadt sind die Schnitte, die Regisseur Dominik Graf diesem Tatort zumutet. Wie auf einer Wiesn-Achternbahn geht es auf und nieder – und am Ende mit einem doppelten Looping zurück in graue Vorzeit, als die Besitzverhältnisse einer Villa am Isar-Ufer unter Einsatz von Gewalt geregelt wurden. Schuld verjährt nicht, das ist die Moral dieses schlichten, aber konfus erzählten Familiendramas. Die selbstverliebten Schnickschnack-Schnitte sind umso bedauerlicher, als die Schauspieler, voran Meret Becker, Martin Feifel und Udo Wachtveitl, ihr Bestes geben. Tipp des Tages? Nun ja, ein Tatort ...

Foto: BR/Frederic Batier