Der Jamaikaner Leonard Percival Howell (1896-1981), auch "The Gong" genannt, gilt als der erste Rasta. Heute ist er nahezu vergessen, selbst in seiner Heimat ist er nur noch wenigen bekannt. Die Ideen und Visionen des Mitbegründers der Rastafari-Religion wurde zwar in den späten Sechziger- und frühen Siebzigerjahren durch die Musik seiner Landsleute Bob Marley, Max Romeo und Bands wie etwa The Abyssinians weltbekannt, doch über Howell selbst ist nur wenig bekannt. Er war Matrose, Weltreisender und Revolutionär und Gründer der ersten Rastafari Kommune Pinnacle und setzte sich zeitlebens mit den Herrschenden und ihren Befehlsempfängern auseinander …

Nicht erst seit ihrem 1999 erstmals erschienenen Buch "Der erste Rasta" gilt die Filmemacherin, Journalistin und Autorin Hélène Lee als ausgewiesene Spezialistin für die Rasta-Kultur. Hier zeigt sie eindrucksvoll das Leben und Wirken ihrer Titelfigur, deren Lebensgeschichte sie mit allgemeinen politischen Ereignissen und Geschehnissen jener Zeit verbindet. Damit liefert sie nicht nur das Porträt eines begnadeten Visionärs, der Ideen aus der Bibel, von Marx, Eisenstein und Gandhi verarbeitete, sondern gleichzeitig eine gelungene Zeitreise, die auf Jamaika beginnt, über Panama ins New York der Zwanzigerjahre führt und schließlich wieder auf Jamaika endet.

Foto: Neue Visionen