In den 1970ern entdeckt der findige Paul Raymond eine Geschäftslücke: Erotik. Schnell ist der erste britische Stripclub eröffnet und Pauls erste Million lässt auch nicht lange auf sich warten. Weitere Clubs folgen, ebenso ein Männermagazin. Paul wird zum Star der Erotik-Branche. Doch privat gerät sein Leben immer stärker an einen Abgrund. Er betrügt wiederholt seine Frau bis er schließlich glaubt, in der Nacktschwimmerin Julia Harrison, die sich Fiona Richmond nennt, seine neue Muse gefunden zu haben. Er verlässt seine Familie, kauft eine Immobilie nach der anderen, schwelgt in seinem Reichtum und wird drastisch ins wahre Leben zurückgezogen, als seine Tochter an einer Überdosis stirbt ...

Regisseur Michael Winterbottom bebilderte gekonnt einige Lebensstationen des 2008 verstorbenen Paul Raymond, der eine Zeit lang als Großbritanniens reichster Einwohner galt. Trotz des treffenden Zeitkolorits, des gut agierenden Steve Coogan und des interessanten Lebenslaufs will der Funke hier nie wirklich überspringen. Zu unsympathisch bleibt die Hauptfigur, zu distanziert und oberflächlich die Nebenfiguren. So reihen sich viele Szenen aus Nachtklubs und Nacktrevuen aneinander, die letztendlich aber nicht zum besseren Verständnis dienen, sondern lediglich reine Staffage sind. Was bleibt: ein Mix aus Zeitgeist-Chronik und Vater-Tochter-Drama mit weitestgehend launigen, aber blutleeren Bildern.

Foto: Universal