Als Klaus Nomi alias Klaus Sperber am 24. Januar 1944 in Bayern geboren wurde, ahnte niemand, dass der kleine Junge einmal der Star der New Yorker Avantgarde werden sollte. Der ausgebildete Countertenor sang Popmusik wie Opern. Mit David Bowie stand er auf der Bühne, Maria Callas war sein gesangliches Vorbild. Seine unverwechselbare Stimme, seine bizarren Outfits - etwa die zu drei Punkten toupierten Haare - und das stets weiß geschminktes Gesicht machten ihn zur Ikone der Siebziger- und Achtzigerjahre. Der internationale Durchbruch war zum Greifen nahe, als Klaus Nomi im 6. August 1983 eines der ersten prominenten Aids-Opfer wurde.

Die gelungene Hommage an den deutschen Bühnenartisten Klaus Nomi von Regisseur Andrew Horn ist gleichzeitig ein faszinierendes Zeitbild der New Yorker Musik- und Kunstszene der Siebziger- und Achtzigerjahre. Horn lässt in seinem Porträt Freunde und Künstler aus Nomis futuristischer Kabarett-Truppe "Nomi's Family" zu Wort kommen, wobei ihre Erinnerungen Nomis eiskaltes Image - ihm wurde oft vorgeworfen, über Leichen zu gehen - widerlegen.

Foto: Arsenal